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Modellförderung

Förderprojekte 2010

Der KVJS unterstützt im Jahr 2010 acht Projekte zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe mit insgesamt 100.000 Euro.

Förderung verhaltensschwieriger Kinder und Jugendlicher sowie deren Familien mit Hilfe der neuen Konzepte „Multifamilientherapie“ und „Familienklassenzimmer“ – Erprobung, Evaluation und wissenschaftliche Begleitung

Träger: stiftung jugendhilfe aktiv - Regionalleitung Böblingen/Calw/Ludwigsburg

Das Projekt will unter wissenschaftlicher Begleitung neue Formen der intensiven Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendhilfe und Familie erproben und etablieren. Ziel ist eine verbesserte Unterstützung von Familien. Konkret werden Eltern in zweiwöchentlichen Abständen an Unterrichtsvormittagen ihrer Kinder teilnehmen („Familienklassenzimmer“). Anschließend tauschen sie sich unter Anleitung geschulter sozialpädagogischer Fachkräfte und Lehrer in so genannten Multifamiliengruppen über ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten aus. Im Fokus steht, Schul- und Familienprobleme gemeinsam anzugehen. Der Ansatz wird in mehreren Schultypen erprobt, wobei von der Umsetzung in Hauptschulen übertragbare Ergebnisse für andere Träger erwartet werden.
 

Klima Fit - Bündelung und Umsetzung ökologischer Bildungsarbeit 

Träger: Trägerverein Freies Kinderhaus e. V., Nürtingen 

Die Themen Klimawandel und Klimazukunft sollen in verschiedenen Einrichtungen des Trägers (Kinder-Kultur-Werkstatt, Schülerhort, Jugendwerkstatt, KulturKantine) unter dem Prinzip „Erleben – Benennen – Handeln“ bearbeitet werden. Der unübersichtliche Markt an umweltpädagogischen Angeboten wird analysiert, getestet, strukturiert und in einem Leitfaden bewertet. Klimawandel und Klimazukunft sind bisher in der Jugendhilfe wenig thematisiert worden. Die Ergebnisse dieses Projekts können für alle Arbeitsfelder nutzbar gemacht werden.
 

Konzeption – Evaluation – Wirkung. Ein Gruppenangebot für Schulkinder, integriert in die Angebotsstruktur eines Familienzentrums 

Träger: Familienzentrum Au, Pforzheim

Niederschwellige Hilfeangebote werden gerade für Familien mit Migrationshintergrund gebraucht. In Familienzentren ist der Zugang zu dieser Zielgruppe oft gegeben und positiv besetzt. Ob und unter welchen Bedingungen Erziehungshilfen in einem Familienzentrum erfolgreich und kostensparend geleistet werden können, wird in diesem Projekt erprobt.

Als Pilotprojekt für andere Familienzentren werden die Voraussetzungen beschrieben, die ein Familienzentrum erfüllen muss, um Hilfen zur Erziehung in die Angebotsstruktur integrieren zu können. Es soll gezeigt werden, wie aufgrund sich ergänzender Leistungen („freiwillige“ und so genannte Pflichtleistungen) durch Synergieeffekte ein kostengünstiges Angebot mit hoher Wirksamkeit entsteht. Ein allgemeiner Wirkungsvergleich zu bisherigen Angeboten nach Paragraf 29 und 32 Achtes Sozialgesetzbuch ist vorgesehen.

 

JUMP - Junge Menschen mit Power

Träger: Turnverein 1861 Rottenburg e. V. - Stützpunktverein „Integration durch Sport“

Die Integration benachteiligter junger Menschen insbesondere mit Migrationshintergrund will JUMP durch „neue“ Sportarten erproben. Neue kind- und jugendgerechte Sportstätten und ein Treff/Begegnungsraum sollen geschaffen werden, die gerade benachteiligte junge Menschen insbesondere mit Migrationshintergrund ansprechen. Ziel ist es, sie für ein aktives Engagement zu gewinnen. Unter anderem werden Trendsportarten wie Bike-Trial, Zoccer, Slacklinen für unterschiedliche Zielgruppen durchgeführt; ein Eigenanteil an der Herstellung und dem Bau der Sportstätten wird geleistet. Die Evaluation und Dokumentation werden von der Initiative der Deutschen Sportjugend JETS! – Junges Engagement im Sport“ durchgeführt.


Aufbau von selbstorganisierter Jugendarbeit in Moscheegemeinden

Träger: Kreishaus der Jugendarbeit Rems-Murr

In fünf Städten mit hohem Anteil an türkischen Jugendlichen soll in Kooperation mit den Ditib-Moscheen offene Jugendarbeit etabliert werden. Gleichzeitig wird das Juleica-Konzept angewendet und auf die Brauchbarkeit für diese Zielgruppe überprüft.

Die Jugendleiter/In-Card (Juleica) ist der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in der Jugendarbeit. Sie dient zur Legitimation und als Qualifikationsnachweis. Zusätzlich soll die Juleica die Anerkennung für ehrenamtliches Engagement zum Ausdruck bringen.

Buden bürgerschaftlich begleiten (BBB)

Träger: Kreisjugendring Biberach

Im Landkreis Biberach gibt es über 200 bekannte "Buden" oder Bauwagen. Eine Analyse soll empirisch begründete, quantitative und qualitative Anhaltspunkte zur sachgerechten Beurteilung sowie zum adäquaten Umgang mit dieser Form der Jugendkultur unter pädagogischen und ordnungsrechtlichen Gesichtspunkten liefern. Ziel ist es auch, ein Konzept zu entwickeln, das Buden als Teil der Offenen Jugendarbeit integrieren kann und die Eigenständigkeit der Selbstorganisation erhalten lässt.

Als Bude wird der Ort bezeichnet, an dem sich Jugendliche selbstorganisiert treffen, um gemeinsam den Abend zu gestalten. Der Begriff beschreibt auch den Personenkreis, der diesen Treff betreibt. Eine Bude besteht aus einer Gruppe zwischen 5 und 25 Personen. Ihr Alter kann von 12 bis 50 Jahren reichen. Buden gibt es in unterschiedlichen Variationen. Zwölfjährige betreiben häufig einen Bauwagen oder eine Scheune als Treffpunkt. Später kann sich daraus eine Räumlichkeit aus Containern oder gar ein richtiges Haus entwickeln.

Trainingsklasse Südlicher Ortenaukreis - ressourcenorientiertes Netzwerk Jugendhilfe und Schule

Träger: MIT Strategie GmbH – Jugend- und Familienhilfe ISKIZ

Die Zahl der „schwierigen Schüler/innen“ mit unterschiedlichen Problemlagen und Verhaltensauffälligkeiten steigt. Oft werden sie vom Unterricht an Regelschulen ausgeschlossen. Im Projekt wird eine gemeinsame Strategie und Verantwortung zwischen Jugendamt, Staatlichem Schulamt und den Schulträgern erprobt, um dem Ausschluss entgegenzuwirken. Ziel ist es, Jugendliche in akuten Krisen ganztags in eine Trainingsklasse aufzunehmen, so weit wie möglich den Unterricht fortzusetzen und durch gemeinsames Aufarbeiten der Probleme, insbesondere mit den betroffenen Eltern und Klassen, eine schnelle, aber auch tragfähige Rückführung in den Klassenverbund zu ermöglichen. Die bisherigen Maßnahmen für „schwierige Schüler/innen“ - wie zeitweiliger oder auch dauerhafter Schulverweis ohne gleichzeitige Angebote zur Aufarbeitung der Problemlagen - sollen durch diese Modell ersetzt werden. Das Modell lässt übertragbare Ergebnisse für alle Schulen erwarten.


Gestaltung der Zukunftsfähigkeit der stationären Erziehungshilfe

Träger: Diakonisches Werk Württemberg, Stuttgart

In den letzten Jahren wurden vorwiegend Konzepte für ambulante Hilfeformen entwickelt. Der Fachverband wird sich den stationären Hilfen widmen. Ziel ist es, in der Heimerziehung neue Formen in der Angebotstruktur zu schaffen, um den gesellschaftlichen und (lokal-)politischen Veränderungen gerecht zu werden. Das Projekt strebt an, Konzepte stationärer Hilfen zu optimieren. Und es möchte vorhandene Strukturen und Angebote im Rahmen sozialräumlicher Aushandlungsprozesse mit öffentlichen Trägern der Jugendhilfe und anderen Partnern weiterentwickeln. Acht Einrichtungsprojekte - orientiert an konkreten Herausforderungen und örtlichen Ausgangsbedingungen - werden mit thematischen Schwerpunkten durchgeführt (etwa Inklusion, Flexibilisierung von Gruppengrößen, Verweildauer, Interdisziplinäre Teams). Die Projekte werden durch Beratung, wissenschaftliche Begleitung und reflexive Workshops mit Fachleuten unterstützt.

Ihre Ansprechpartner

Ruth André
Tel.: 0711 6375-443
E-Mail schreiben

Josef Sprenger
Tel.: 0711 6375-447
E-Mail schreiben  

Modellvorhaben zur Weiterentwicklung
der Jugendhilfe 2010

 Antragsformular
(DOC - 75 KB)

Fördergrundsätze
(PDF - 75 KB)

Förderrundschreiben Nr. 22/2009
(PDF - 281 KB)

Anlage 2 zu RS 22/2009
(DOC - 245 KB)

Projektberichte aus geförderten Modellvorhaben

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Archiv Förderprojekte

Förderprojekte 2009

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