Initiative Inklusion

Die Initiative Inklusion der Bundesregierung ist Teil eines nationalen Aktionsplanes zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Durch die Initiative soll die Situation schwerbehinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt verbessert werden. 100 Millionen Euro an Fördermitteln stehen insgesamt zur Verfügung, davon rund 12,5 Millionen Euro für Baden-Württemberg.

Ausweitung der Bundesinitiative in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg weitet die Bundesinitiative durch die KVJS-Aktion 1000 - Perspektive 2020 und die damit verbundenen Förderprogramme "Ausbildung inklusiv" und "Arbeit Inklusiv"  inhaltlich, zeitlich und finanziell aus. Im nachfolgenden Aufklappmenü erfahren Sie mehr zu den vier Handlungsfeldern der Initiative Inklusion, insbesondere zu ihrer Umsetzung in Baden-Württemberg.

Die vier Handlungsfelder der Initiative Inklusion
Handlungsfeld 1: vertiefte Berufsorientierung für schwerbehinderte Schülerinnen und Schüler

Die Aktion 1000 - Perspektive 2020 des KVJS hat geistig behinderten Abgängern von Sonderschulen und Förderschulen sowie Beschäftigten von WfbM schon bisher effektive Unterstützungsmöglichkeiten zur beruflichen Orientierung angeboten. Künftig sollen auch Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf diese Unterstützung erhalten, zum Beispiel auch Schüler mit Hör-, Sprach und Sehbehinderung, starken körperlichen Einschränkungen, autistischen Störungen oder Epilepsie. Die Schüler werden in der Regel während der beiden letzten Schuljahre ein berufliches Orientierungsverfahren durchlaufen. Das Ziel ist, durch frühzeitige und umfassende Berufsorientierung die Chancen auf eine Ausbildung oder Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu erhöhen. Zum beruflichen Orientierungsverfahren gehören Elemente, wie sie bereits von der Aktion 1000plus des KVJS bekannt sind: zum Beispiel die Kompetenzanalyse und -förderung. Die Durchführung von Praktika auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und die Begleitung des Überganges in das Arbeitsleben durch die Integrationsfachdienste (IFD) sind weitere wichtige Bausteine für den Eintritt ins Arbeitsleben.

Ausführliche Informationen zum "Handlungsfeld 1" der Initiative Inklusion finden Sie in der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Arbeits- und Sozialministerium Baden-Württemberg, dem Kultusministerium, der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit und dem KVJS.

Laufzeit der vertieften Berufsorientierung: 2011 bis 2015
Fördervolumen für Baden-Württemberg: rund 5,3 Millionen Euro
Ansprechpartner: die Integrationsfachdienste

Handlungsfeld 2: Schaffung von Ausbildungsplätzen für schwerbehinderte junge Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

Bundesweit 1300 neue betriebliche Ausbildungsplätze sollen für schwerbehinderte junge Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geschaffen werden, rund 190 in Baden-Württemberg. Zielgruppe sind insbesondere schwerbehinderte Jugendliche mit besonderem sonderpädagogischem Unterstützungbedarf (siehe Handlungsfeld 1). Dazu gehören auch die schwerbehinderten jungen Menschen, die auf berufsbegleitende Unterstützung durch den Integrationsfachdienst (IFD) angewiesen sind, um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu erhalten oder zu behalten.

Bis zu 10.000 Euro für die Schaffung eines Ausbildungplatzes

Durch das KVJS-Förderprogramm "Ausbildung Inklusiv" können Arbeitgeber bis 10.000 Euro an Förderung erhalten, wenn sie für solche Jugendlichen einen Ausbildungsplatz schaffen. Es muss sich um eine reguläre Ausbildung nach der Ausbildungsordnung oder eine Ausbildung mit besonderen Regelungen für behinderte Azubis nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung handeln.

Art und Schwere der Behinderung bestimmen die Höhe der Förderung. Sie wird in monatlichen Raten bis zu 275 Euro an die Arbeitgeber  ausbezahlt - zusätzlich zu gesetzlichen Leistungen - wie beispielsweise den Zuschüssen der Arbeitsagenturen zur Ausbildungsvergütung.

Auch "Maßnahmen zur Heranführung an die betriebliche Ausbildung" können gefördert werden. Ziel ist die Übernahme in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis.

Die Agenturen für Arbeit unterstützen Arbeitgeber bei der Klärung, ob ein Ausbildungsplatz an die Behinderung eines Auszubildenden angepasst werden muss. Wenn Anpassungen erforderlich sind können auch diese finanziell gefördert werden.

Sofern Arbeitgeber Auszubildende nach der Ausbildung in ein Arbeitsverhältnis übernehmen, bietet ihnen das KVJS-Förderprogramm "Arbeit Inklusiv" zusätzliche Inklusionsprämien bis 10.000 Euro und - falls erforderlich -  weitere Lohnkostenzuschüsse.

Die grundsätzliche Umsetzung des Handlungsfeldes 2 in Baden-Württemberg wurde in einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Arbeits- und Sozialministerium Baden-Württemberg, dem Kultusministerium, der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit und dem KVJS geregelt.

Laufzeit: bis 31.12.2017
Bundesmittel für Baden-Württemberg: rund 2 Millionen Euro
Ansprechpartner: die Integrationsfachdienste

 

Handlungsfeld 3: neue Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen ab 50 Jahre

Arbeitgeber können Inklusionsprämien bis 10.000 Euro erhalten, wenn sie schwerbehinderte Menschen einstellen, die das 50. Lebensjahr vollendet haben. Die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, das baden-württembergische Sozialministerium und der KVJS haben eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet. Die Anträge auf Inklusionsprämien sind beim für den Standort des Arbeitgebers zuständigen Träger der Arbeitsvermittlung zu stellen, zum Beispiel der örtlichen Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Die Auszahlung der Inklusionsprämien erfolgt durch den KVJS. Näheres zu den Fördervoraussetzungen erfahren Sie in den Durchführungsgrundsätzen zur Verwaltungsvereinbarung.

Darüber hinaus gehende Informationen erhalten Arbeitgeber beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit oder bei deren Arbeitgeberhotline (Telefon 01801- 66 44 66).

Laufzeit: bis 31.03.2018 (für Arbeitsverhältnisse, die spätestens am 31.12.2015 begonnen haben)
Fördervolumen für Baden-Württemberg: rund 5,3 Millionen Euro
Ansprechpartner: Agentur für Arbeit oder Jobcenter und zugelassene kommunale Träger, die der Verwaltungsvereinbarung beigetreten sind.
Eine Übersicht über die beigetretenen Träger finden Sie hier (Stand 10/2012).
Infomaterial: Flyer der Agentur für Arbeit

Handlungsfeld 4: Einführung von Inklusionskompetenz bei Kammern

Bei den Kammern (Handwerks-, Industrie- und Handelskammern, Landwirtschaftskammern) sollen zusätzliche Kompetenzen für die Inklusion schwerbehinderter Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt geschaffen werden. Durch Information und Beratung sollen sie bei Ihren Mitgliedsunternehmen  Interesse an der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen wecken. Nicht nur die Zahl an Ausbildungsberufen soll vergrößert werden, auch zusätzliche Ausbildungs- und Arbeitsplätze sollen entstehen.

Kammern, die dafür mit geeigneten Projekten möglichst nachhaltige Strukturen schaffen, konnten Fördermittel bis 100.000 Euro erhalten.

Laufzeit: Projekte/Maßnahmen von maximal zweijähriger Dauer. 
Antragsfrist: ist abgelaufen (Förderanträge konnten bis 30.06.2015 gestellt werden.)
Ansprechpartner für die Projektförderung: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Frau Spätling-Fichtner, Tel. 0228/ 99 527-1087
oder Frau Klautzsch, Tel. Tel. 0228/ 99 527-2624 
Ansprechpartner des KVJS für Kammern: Ralf Schmid, Tel. 0711-6375 387, E-Mail schreiben

 

 

Ihr Kontakt zu uns

Ute Bohr

Telefon: 0721 8107-915
E-Mail schreiben

Elvira Wagner

Telefon: 0711 6375-369
E-Mail schreiben

Informationen für Fachleute

  • Zur Dokumentation der Klausurtagung vom 22.-23.04.2013 gelangen Sie hier.
  • Alle Unterlagen zum "Kompetenzinventar" im Prozess der Berufswegeplanung finden Sie hier.