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Projekte

Entwicklungsprojekte zur Weiterentwicklung der Sozialhilfe

Neue Bausteine in der Eingliederungshilfe

In den nächsten fünf bis zehn Jahren werden zahlreiche Beschäftigte der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) ins Rentenalter kommen. Um besonders für die geistig behinderten Senioren beizeiten passende Angebote vorhalten zu können, entwickelte eine Projektgruppe beim KVJS mit zehn Stadt- und Landkreisen neue Bausteine für die Eingliederungshilfe.

Die Verbandsgremien haben für die Entwicklung und Erprobung dieser Bausteine 500.000 Euro bereitgestellt. „Bevor jeder Kreis sich alleine die gleichen oder ähnliche Gedanken macht, wollten wir die Kompetenzen bündeln", erklärt Projektleiter Michael Heck. Der Leiter des KVJS-Referats „Sozialplanung, investive Förderung" arbeitet dabei mit Fachleuten aus den folgenden Stadt- und Landkreisen zusammen: dem Bodenseekreis, dem Enzkreis, dem Rhein-Neckar-Kreis und den Landkreisen Esslingen, Reutlingen, Schwäbisch Hall und Waldshut sowie den Stadtkreisen Heilbronn, Stuttgart und Ulm.

Die wissenschaftliche Begleitung wird von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, Institut für angewandte Sozialwissenschaften, von Frau Prof.in Schäfer-Walkmann, Herrn Prof. Roß und Herrn Prof. Meyer und der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg von Herrn Prof. Jerg durchgeführt. Ein Projekt wird von Sozialwissenschaftlern des KVJS evaluiert.

Seit Ende 2008 werden Konzepte zu folgenden Schwerpunkten erprobt:

 

  • Alltagsgestaltung nach Ausscheiden aus der WfbM
    Es gibt Überlegungen, für zukünftige Werkstatt-Rentner ein bis zwei Jahre vor dem Renteneintritt Schulungen zur Gestaltung der neuen Lebensphase anzubieten. Wie sollte solch ein Schulungsangebot aussehen? Wer kann es durchführen? Welche Ziele will man erreichen? Diese Fragen sollen in der Projektphase beantwortet werden. Eine weitere Frage ist: Wie kann man bereits bestehende Tageseinrichtungen für Senioren für den Kreis der geistig behinderten Menschen im Rentenalter öffnen?
  • Flexible Hilfe zwischen ambulant und stationär
    Das derzeitige Dilemma: Es gibt geistig behinderte Menschen, die in einer stationären Einrichtung mehr Hilfe erhalten als sie eigentlich benötigen, mit einem ambulanten Angebot aber nicht ausreichend unterstützt wären. Deshalb wird erprobt, wie eine Flexibilisierung des ambulant betreuten Wohnens und des stationären Wohnens gestaltet werden kann.
  • Frühes Wohntraining zuhause
    Wie können Menschen mit geistiger Behinderung, die in ihren Familien leben, so weit trainieren, dass sie auch - zumindest eine Zeitlang - allein zurechtkommen?

Ab 2010 kommen weitere Schwerpunkte hinzu:

  

  • Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung
    Der Umgang von Menschen mit und ohne Behinderung muss bereits im Kindesalter selbstverständlich werden. Integration im Erwachsenenalter ist dann eine logische Konsequenz. Im Mittelpunkt dieser Projekte soll zum Beispiel die Integration von Kindern und Jugendlichen in Angebote der Jugendverbandsarbeit und der Stadtranderholung stehen.
  • Beschäftigung von Menschen mit hohem Hilfebedarf
    Viele Projekte und Beschäftigungsmöglichkeiten erreichen bisher vor allem Frauen und Männer mit geringerem oder mittlerem Hilfebedarf. Es fehlen Erfahrungen für Menschen mit hohem Hilfebedarf. Durch diese Projekte sollen die Qualität und Wirkung der Beschäftigungsangebote gesteigert werden. Es sollen kreative Ideen zu neuen Arbeitsplätzen und Möglichkeiten der Beschäftigung für Menschen mit hohem Hilfebedarf erprobt werden.
  • Migration und Behinderung
    In den Einrichtungen der Eingliederungshilfe leben und arbeiten viele behinderte Menschen mit Migrationshintergrund. Oftmals erleben diese Menschen in unserer Gesellschaft Ausgrenzungen im doppelten Sinne: aufgrund ihrer Behinderung und ihrer Herkunft. In den Projekten sollen Ideen erprobt werden, wie die Behindertenhilfe mehr Chancengleichheit schaffen und umsetzen kann.

Ihr Ansprechpartner:

Michael Heck
Leiter des Referats "Sozialplanung, investive Förderung"
Tel. 0711-6375-230

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