KVJS-Forschung
Auswirkungen des Ausbaus der Ganztagesschulen auf die Strukturen und Arbeitsweisen der Kinder- und Jugendhilfe in Baden-Württemberg
Ausgangslage
Auch in Baden-Württemberg hat der Ausbau der Ganztagesschulen an Dynamik gewonnen. Jedoch: Die konzeptionelle Ausgestaltung der Ganztagesschule befindet sich noch in einem Klärungsprozess. Dies reicht bis zur Frage ihres Verbindlichkeitsgrades (offen, teilgebunden, gebunden) und der damit einhergehenden Frage, mit welchem Fachpersonal oder ehrenamtlichen Kräften der Ganztagesbetrieb ermöglicht wird.
Für die Schule ungewohnt, treten neben die Wissensvermittlung nun erzieherische und betreuerische Aufgaben. Ebenso gewinnt der Schutzauftrag der Schule zur Abwendung einer Kindeswohlgefährdung an Bedeutung.
Jugendhilfe hat durch die Ganztagesschulen einerseits die Möglichkeit, ihren Aktionsradius zu erweitern. Gerade bei besonderen Erziehungsproblemen kann die (Ganztags-)Schule kaum mehr ohne die Unterstützung durch die Jugendhilfe funktionieren. Da Erziehungsprobleme dort frühzeitig sichtbar werden, eröffnen sich Chancen für präventives Handeln, ehe die Probleme sich verfestigen. Andererseits hat der längere Aufenthalt von Kindern und Jugendlichen in den Räumen der Schule Auswirkungen auf die Jugendhilfe. Beispiele: In den (teil-)stationären Angeboten der Jugendhilfe könnten Betreuungszeiten eingeschränkt werden. Jugendverbände und Vereine könnten nicht mehr genug Teilnehmerinnen und Teilnehmer an ihren Nachmittagsangeboten finden oder nicht mehr auf Schüler als ehrenamtliche Jugendgruppenleiter zurückgreifen können. Die Tätigkeit von Familienhelfern/-innen wird sich mehr in den Abend verlagern müssen, wenn die Kinder wieder aus der Schule daheim sind.
Forschungsauftrag
Das Forschungsvorhaben soll dazu beitragen, die Frage zu klären, welche Konsequenzen der Ausbau der Ganztagesschulen in Baden-Württemberg für die Jugendhilfe hat. Insbesondere:
- Kann die Jugendhilfe aufgrund der Ganztagesschule einerseits bestimmte Leistungen reduzieren?
- Wo und wie muss sie sich andererseits selbst in die Ganztagesschule einbringen?
- Welche Veränderungen bei der Ausgestaltung ihrer originären Leistungen muss die Jugendhilfe vornehmen?
Projektleitung
Projektleiter Wissenschaft: Herr Prof. Dr. Stephan Maykus, Hochschule Osnabrück
Projektleiter Praxis: Herr Dipl. Päd. Werner Miehle-Fregin, KVJS-Landesjugendamt
Projektpartner
Forschungsverbund Hochschule Osnabrück, Institut für soziale Arbeit e.V. (ISA), Münster
Ihr Ansprechpartner beim KVJS
Werner Miehle-Fregin
E-Mail schreiben
Laufzeit
2010 - 2013
Fachtag am 19. Juni 2013

Veranstaltung im KVJS-Tagungszentrum Gültstein
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Auf einen Blick: Projekt-Flyer
Ausführliche Beschreibung des Projekts
Praxishandbuch
"Kinder- und Jugendhilfe gestalten. Ganztagsschule als Impuls für kommunale Praxisentwicklungen" (ausführliche Fassung)
Materialbände
Materialband 1: Landesportrait Baden-Württemberg, Forschungsstand und Schwerpunkte des Forschungsvorhabens (August 2011)
Kurz-Materialband 1
Materialband 2: Landesweite Erhebung bei den Jugendämtern (Februar 2012)
Kurz-Materialband 2
Materialband 3: Befragung freier Träger sowie der kommunalen Jugendreferent(inn)en (April 2012)
Materialband 4: Analyse in 12 ausgewählten Stadt- und Kreisjugendämtern (Sept. 2012)



