Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe

Auf den ständigen Wandel der Lebenslagen junger Menschen und ihrer Familien muss die Jugendhilfe mit neuen Angeboten und Methoden reagieren. Besonders bei den derzeit schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen braucht die Jugendhilfe innovative und kostengünstige Angebotsformen und Hilfen, die Eltern, Schule und das Gemeinwesen einbeziehen.

Das KVJS-Landesjugendamt unterstützt deshalb Modellprojekte zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe. Die Förderung ist auf größere Vorhaben mit überregionaler Bedeutung beschränkt.

Förderschwerpunkte 2012

Der Landesjugendhilfeausschuss hat in seiner Sitzung am 19.07.2011 beschlossen, dass ab dem Jahr 2012 folgende Förderschwerpunkte gelten:

Förderschwerpunkt 1 (neu): Inklusion für behinderte Kinder und Jugendliche

Entsprechend der Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention soll inklusives Aufwachsen und lebenslanges gemeinsames Lernen zur Selbstverständlichkeit werden. Barrieren sollen abgebaut und Vielfalt als Chance für die Gesellschaft begriffen werden. Es bedarf eines permanenten Prozesses der Auslotung von Veränderungsmöglichkeiten und der praktischen Erprobung.

Gefördert werden Projekte, die das Ziel haben, Teilhabechancen zu erkennen, Barrieren aus dem Weg zu räumen und neue inklusive Ansätze in allen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe zu erproben.

Förderschwerpunkt 2 (wie bisher): Kinderarmut und Gesundheit

Armut wirkt sich nachhaltig und nachteilig auf die physische und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus. Dies kann sich z. B. in Beeinträchtigungen des Selbstwertgefühls und der Kontaktfähigkeit, Übergewicht und körperliche Beschwerden, geringer Gesundheitsvorsorge (fehlende Impfungen), Vernachlässigung der Bewegungserziehung und einem erhöhten Unfallrisiko äußern.

Gefördert werden können Praxisbeispiele mit passenden Kooperationspartnern.

Förderschwerpunkt 3 (neu): Partizipation von Kindern und Jugendlichen

Trotz vieler Initiativen und Ansätze zur verbesserten Partizipation von Kindern und Jugendlichen bestehen noch immer deutliche Defizite im pädagogischen Alltag. Partizipation ermöglicht Kindern und Jugendlichen ihre sozialen und demokratischen Kompetenzen zu stärken und weiterzuentwickeln. Sie lernen eigene Interessen, aber auch die der Gemeinschaft zu vertreten und sich konstruktiv mit anderen auseinanderzusetzen.

Gefördert werden sollen neue Formen der Beteiligung für alle Altersstufen und Arbeitsfelder der Kinder- und Jugendhilfe, die über die bekannten und bewährten formalen Beteiligungsformen (wie z. B. Jugendgemeinderat, Heimrat u. ä.) hinausgehen.


Ihre Ansprechpartnerin:

Ruth André

Telefon: 0711 6375-443
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Rundschreiben zu den Förderschwerpunkten 2012

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