Entwicklung der Angebotsstrukturen der Hilfen zur Erziehung
Die in vierjährlichem Turnus erscheinenden ausführlichen KVJS-Berichte liefern empirisch fundierte, planungsrelevante Informationen zur Angebots-, Belegungs- und Personalstruktur in den Heimen, sonstigen betreuten Wohnformen und Tagesgruppen in Baden-Württemberg.
Dabei werden sowohl Entwicklungstrends als auch aktuelle Bestandsdaten zu den Angeboten der Einrichtungen, zu Belegungen, Aufnahmen und Entlassungen junger Menschen sowie zur Personalstruktur analysiert und aktuelle Bedarfslagen in den Blick genommen.
Neue Daten zu strukturellen Entwicklungen in den Einrichtungen der Erziehungshilfe – Heimbericht 2011
Der Heimbericht 2011 gibt einen Überblick über die stationäre und teilstationäre Angebots- und Belegungsstruktur sowie zur Personalausstattung in den Einrichtungen der Erziehungshilfe in Baden-Württemberg zum Stichtag 31.12.2009 sowie über die Entwicklungen in diesen Bereichen in den vorangegangenen Jahren. Bei der vorliegenden Veröffentlichung handelt es sich um die erste Fortschreibung der mit den Daten aus dem Jahr 2005 begonnenen Berichterstattung.
Wesentliche Ergebnisse aus den drei Berichtsschwerpunkten sind beispielsweise:
Die „Einrichtungslandschaft“ in Baden-Württemberg ist hinsichtlich ihrer Angebotsstruktur, das heißt in Bezug auf den Bestand, die Größe, die Trägerstruktur aber auch auf die vorgehaltenen Platzkapazitäten im Beobachtungszeitraum insgesamt durch eine relativ hohe Konstanz und Stabilität geprägt.
Die Belegungsstruktur der Einrichtungen ist durch einen zunehmenden Anteil an Kindern und Jugendlichen mit spezifischen und komplexen Problemlagen und/oder in akuten Krisensituationen geprägt, was sich aus dem Anstieg der Belegungen aufgrund von Eingliederungshilfen für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche nach § 35a SGB VIII sowie in Folge von Inobhutnahmen nach § 42 SGB VIII ablesen lässt. Die Aufenthaltsdauer der jungen Men-schen in den Einrichtungen hat im Beobachtungszeitraum kontinuierlich abgenommen, so dass inzwischen gut die Hälfte der Kinder und Jugendlichen bereits nach maximal einem Jahr wieder aus den Heimen und sonstigen betreuten Wohnformen entlassen werden.
Im stationären Betreuungsdienst ist eine leichte Tendenz erkennbar, dass der Anteil der Fachkräfte mit (Fach-)Hochschulabschluss rückläufig ist, während hingegen im teilstationären Betreuungsdienst ein leichter Zuwachs an hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern feststellbar ist. In Anbetracht eines zunehmenden Anteils an Kindern und Jugendlichen mit komplexen Problemlagen sowie kürzerer Verweildauern bedarf es neben dem teilstationären auch im stationären Bereich an hoch qualifiziertem Personal.
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Kathrin Binder
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