Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe

Die Herausforderungen vor denen die Jugendhilfe steht, bedürfen neuer Antworten oder zumindest der Möglichkeit, bestehende Ansätze weiterzuentwickeln und dabei auch neue Wege – unter Einbezug von Eltern, Schule und Gemeinwesen - zu gehen. Die Vorhaben sollen Impulse für Entwicklungen in anderen Regionen geben, d.h. Erkenntnisse sollen transferiert und anderen zur Verfügung gestellt werden. Besonderer Wert wird auf die Neuartigkeit, die Stringenz und den Transfer der Erkenntnisse gelegt.

Ihre Ansprechpartnerinnen:

Ulrike Gfrörer

Telefon: 0711 6375-443

Kerstin Illg

Finanzielle Förderung Modellvorhaben

Telefon: 0711/6375-684

Modellvorhaben 2010

Der KVJS unterstützte im Jahr 2010 acht Projekte zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe mit insgesamt 100.000 Euro.

 

Förderung verhaltensschwieriger Kinder und Jugendlicher sowie deren Familien mit Hilfe der neuen Konzepte „Multifamilientherapie“ und „Familienklassenzimmer“ – Erprobung, Evaluation und wissenschaftliche Begleitung
Träger: stiftung jugendhilfe aktiv - Regionalleitung Böblingen/Calw/Ludwigsburg

Das Projekt will unter wissenschaftlicher Begleitung neue Formen der intensiven Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendhilfe und Familie erproben und etablieren. Ziel ist eine verbesserte Unterstützung von Familien. Konkret werden Eltern in zweiwöchentlichen Abständen an Unterrichtsvormittagen ihrer Kinder teilnehmen („Familienklassenzimmer“). Anschließend tauschen sie sich unter Anleitung geschulter sozialpädagogischer Fachkräfte und Lehrer in so genannten Multifamiliengruppen über ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten aus. Im Fokus steht, Schul- und Familienprobleme gemeinsam anzugehen. Der Ansatz wird in mehreren Schultypen erprobt, wobei von der Umsetzung in Hauptschulen übertragbare Ergebnisse für andere Träger erwartet werden.

Abschlussbericht

Ansprechperson:
Ulrike Wagenbach, wagenbach.ulrike(at)jugendhilfe-aktiv.de, 0711/74591-627

 

Klima Fit - Bündelung und Umsetzung ökologischer Bildungsarbeit
Träger: Trägerverein Freies Kinderhaus e. V., Nürtingen 

Die Themen Klimawandel und Klimazukunft sollen in verschiedenen Einrichtungen des Trägers (Kinder-Kultur-Werkstatt, Schülerhort, Jugendwerkstatt, KulturKantine) unter dem Prinzip „Erleben – Benennen – Handeln“ bearbeitet werden. Der unübersichtliche Markt an umweltpädagogischen Angeboten wird analysiert, getestet, strukturiert und in einem Leitfaden bewertet. Klimawandel und Klimazukunft sind bisher in der Jugendhilfe wenig thematisiert worden. Die Ergebnisse dieses Projekts können für alle Arbeitsfelder nutzbar gemacht werden.

Abschlussbericht

Kontakt und weitere Informationen über:
http://www.seegrasspinnerei.de/108-0-Klimafit.html

Ansprechperson:
Julia Rieger, verein(at)tvfk.de; 07022/2096-100

 

Konzeption – Evaluation – Wirkung. Ein Gruppenangebot für Schulkinder, integriert in die Angebotsstruktur eines Familienzentrums
Träger: Familienzentrum Au, Pforzheim

Niederschwellige Hilfeangebote werden gerade für Familien mit Migrationshintergrund gebraucht. In Familienzentren ist der Zugang zu dieser Zielgruppe oft gegeben und positiv besetzt. Ob und unter welchen Bedingungen Erziehungshilfen in einem Familienzentrum erfolgreich und kostensparend geleistet werden können, wird in diesem Projekt erprobt.

Als Pilotprojekt für andere Familienzentren werden die Voraussetzungen beschrieben, die ein Familienzentrum erfüllen muss, um Hilfen zur Erziehung in die Angebotsstruktur integrieren zu können. Es soll gezeigt werden, wie aufgrund sich ergänzender Leistungen („freiwillige“ und so genannte Pflichtleistungen) durch Synergieeffekte ein kostengünstiges Angebot mit hoher Wirksamkeit entsteht. Ein allgemeiner Wirkungsvergleich zu bisherigen Angeboten nach Paragraf 29 und 32 Achtes Sozialgesetzbuch ist vorgesehen.

Abschlusssbericht Teil 1
Abschlussbericht Teil 2

Kontakt und weitere Informationen über:
http://www.familienzentrum-au.de/

Ansprechperson:
Doris Winter, winter(at)familienzentrum-au.de, 07231 / 417840

 

JUMP - Junge Menschen mit Power
Träger: Turnverein 1861 Rottenburg e. V. - Stützpunktverein „Integration durch Sport“

Die Integration benachteiligter junger Menschen insbesondere mit Migrationshintergrund will JUMP durch „neue“ Sportarten erproben. Neue kind- und jugendgerechte Sportstätten und ein Treff/Begegnungsraum sollen geschaffen werden, die gerade benachteiligte junge Menschen insbesondere mit Migrationshintergrund ansprechen. Ziel ist es, sie für ein aktives Engagement zu gewinnen. Unter anderem werden Trendsportarten wie Bike-Trial, Zoccer, Slacklinen für unterschiedliche Zielgruppen durchgeführt; ein Eigenanteil an der Herstellung und dem Bau der Sportstätten wird geleistet. Die Evaluation und Dokumentation werden von der Initiative der Deutschen Sportjugend JETS! – Junges Engagement im Sport“ durchgeführt.

Abschlussbericht

Kontakt und weitere Informationen über:
http://www.jetst.de/index.php?id=9471

Ansprechperson:
Norbert Vollmer, nv(at)tv-rottenburg.de, 07472/1861

 

Aufbau von selbstorganisierter Jugendarbeit in Moscheegemeinden
Träger: Kreishaus der Jugendarbeit Rems-Murr

In fünf Städten mit hohem Anteil an türkischen Jugendlichen soll in Kooperation mit den Ditib-Moscheen offene Jugendarbeit etabliert werden. Gleichzeitig wird das Juleica-Konzept angewendet und auf die Brauchbarkeit für diese Zielgruppe überprüft.

Die Jugendleiter/In-Card (Juleica) ist der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in der Jugendarbeit. Sie dient zur Legitimation und als Qualifikationsnachweis. Zusätzlich soll die Juleica die Anerkennung für ehrenamtliches Engagement zum Ausdruck bringen.

Abschlussbericht

Kontakt und weitere Informationen über:
http://www.jugendarbeit-rm.de/

Ansprechperson:
Beate Baur, beate.baur(at)jugendarbeit-rm.de, 07191 / 9079-209

 

Buden bürgerschaftlich begleiten (BBB)
Träger: Kreisjugendring Biberach

Im Landkreis Biberach gibt es über 200 bekannte "Buden" oder Bauwagen. Eine Analyse soll empirisch begründete, quantitative und qualitative Anhaltspunkte zur sachgerechten Beurteilung sowie zum adäquaten Umgang mit dieser Form der Jugendkultur unter pädagogischen und ordnungsrechtlichen Gesichtspunkten liefern. Ziel ist es auch, ein Konzept zu entwickeln, das Buden als Teil der Offenen Jugendarbeit integrieren kann und die Eigenständigkeit der Selbstorganisation erhalten lässt.

Als Bude wird der Ort bezeichnet, an dem sich Jugendliche selbstorganisiert treffen, um gemeinsam den Abend zu gestalten. Der Begriff beschreibt auch den Personenkreis, der diesen Treff betreibt. Eine Bude besteht aus einer Gruppe zwischen 5 und 25 Personen. Ihr Alter kann von 12 bis 50 Jahren reichen. Buden gibt es in unterschiedlichen Variationen. Zwölfjährige betreiben häufig einen Bauwagen oder eine Scheune als Treffpunkt. Später kann sich daraus eine Räumlichkeit aus Containern oder gar ein richtiges Haus entwickeln.

Abschlussbericht

Kontakt und weitere Informationen über:
http://www.biberach.de/buden.html

Ansprechperson:
Gertraud Koch, gertraud.koch(at)biberach.de, 07351 / 52-6407

 

Trainingsklasse Südlicher Ortenaukreis - ressourcenorientiertes Netzwerk Jugendhilfe und Schule
Träger: MIT Strategie GmbH – Jugend- und Familienhilfe ISKIZ

Die Zahl der „schwierigen Schüler/innen“ mit unterschiedlichen Problemlagen und Verhaltensauffälligkeiten steigt. Oft werden sie vom Unterricht an Regelschulen ausgeschlossen. Im Projekt wird eine gemeinsame Strategie und Verantwortung zwischen Jugendamt, Staatlichem Schulamt und den Schulträgern erprobt, um dem Ausschluss entgegenzuwirken. Ziel ist es, Jugendliche in akuten Krisen ganztags in eine Trainingsklasse aufzunehmen, so weit wie möglich den Unterricht fortzusetzen und durch gemeinsames Aufarbeiten der Probleme, insbesondere mit den betroffenen Eltern und Klassen, eine schnelle, aber auch tragfähige Rückführung in den Klassenverbund zu ermöglichen. Die bisherigen Maßnahmen für „schwierige Schüler/innen“ - wie zeitweiliger oder auch dauerhafter Schulverweis ohne gleichzeitige Angebote zur Aufarbeitung der Problemlagen - sollen durch diese Modell ersetzt werden. Das Modell lässt übertragbare Ergebnisse für alle Schulen erwarten.

Abschlussbericht

Kontakt und weitere Informationen über:
http://www.ortenaukreis.de/index.php?object=tx|2390.13&ModID=255&FID=2390.9072.1

http://www.iskiz.de/set_jugendhilfe.htm?jugedhilfe.htm

Ansprechperson:
Christine Kurz, Christine.Kurz(at)iskiz.de, 07822 / 789160

 

Gestaltung der Zukunftsfähigkeit der stationären Erziehungshilfe
Träger: Diakonisches Werk Württemberg, Stuttgart

In den letzten Jahren wurden vorwiegend Konzepte für ambulante Hilfeformen entwickelt. Der Fachverband wird sich den stationären Hilfen widmen. Ziel ist es, in der Heimerziehung neue Formen in der Angebotstruktur zu schaffen, um den gesellschaftlichen und (lokal-)politischen Veränderungen gerecht zu werden. Das Projekt strebt an, Konzepte stationärer Hilfen zu optimieren. Und es möchte vorhandene Strukturen und Angebote im Rahmen sozialräumlicher Aushandlungsprozesse mit öffentlichen Trägern der Jugendhilfe und anderen Partnern weiterentwickeln. Acht Einrichtungsprojekte - orientiert an konkreten Herausforderungen und örtlichen Ausgangsbedingungen - werden mit thematischen Schwerpunkten durchgeführt (etwa Inklusion, Flexibilisierung von Gruppengrößen, Verweildauer, Interdisziplinäre Teams). Die Projekte werden durch Beratung, wissenschaftliche Begleitung und reflexive Workshops mit Fachleuten unterstützt.

Abschlussbericht

Kontakt und weitere Informationen über:
http://www.erev.de/auto/Downloads/Gremien/2013_03_Keppeler_Zukunft_stat_HzE.pdf

Ansprechperson:
Siegfried Keppeler, keppeler.s(at)diakonie-wue.de, 0711 / 1656317

Ihre Ansprechpartnerin

Ingrid Klein

Anschrift:MPD des KVJS, Tannenhof Ulm, Saulgauer Str. 3, 89079 Ulm
zuständig für:Alb-Donau-Kreis, Landkreise Biberach und Heidenheim, Stadt Ulm

Telefon: 0731 1516762

Telefax: 0731 4013/217