Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe

Das Förderprogramm „Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe in Baden-Württemberg“ soll das Erproben neuer Ansätze ermöglichen, mit denen auf gesellschaftlichen Wandel und auf die Veränderung von Lebenslagen reagiert wird. Die Herausforderungen vor denen die Jugendhilfe steht, bedürfen neuer Antworten oder zumindest der Möglichkeit, bestehende Ansätze weiterzuentwickeln und dabei auch neue Wege – unter Einbezug von Eltern, Schule und Gemeinwesen - zu gehen. Die Vorhaben sollen Impulse für Entwicklungen in anderen Regionen geben, d.h. Erkenntnisse sollen transferiert und anderen zur Verfügung gestellt werden. Besonderer Wert wird auf die Neuartigkeit, die Stringenz und den Transfer der Erkenntnisse gelegt.  

Förderschwerpunkt 1: Inklusive Ansätze im Gemeinwesen/im Sozialraum

Inklusives Aufwachsen und lebenslanges gemeinsames Lernen von Menschen mit und ohne Handicap soll zur Selbstverständlichkeit werden. Barrieren sollen abgebaut und Vielfalt als Chance für die Gesellschaft begriffen werden. Hierfür müssen Veränderungsmöglichkeiten bisheriger Strukturen ausgelotet und praktisch erprobt werden. Gefördert werden Vorhaben, die das Ziel haben, Teilhabechancen zu erkennen, Barrieren abzubauen und neue ressortübergreifende Ansätze zu erproben. Insbesondere werden Vorhaben gefördert, die das Zusammenwirken von Jugendhilfe und Schule im Kontext einer inklusiven Bildung im Sozialraum weiterentwickeln.

 

Förderschwerpunkt 2: Armuts- und Risikolagen im jungen Erwachsenenalter

Armut schlägt unmittelbar auf die Chancengleichheit und Teilhabechancen von jungen Menschen durch und bedeutet meist einen Mangel an fundamentalen Entwicklungschancen. Es sollen Handlungsansätze entwickelt und erprobt werden, die erschwerte Lebenslagen und damit einhergehende Exklusionsrisiken von jungen Volljährigen in den Blick nehmen und den Aufbau einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Grundsicherung befördern.Der Fokus liegt dabei auf Konzeptentwicklungen für von Wohnungslosigkeit bedrohte junge Frauen und Männer sowie auf innovativen Ansätzen für junge Frauen und Männer mit Jugendhilfeerfahrung (Care Leaver). Die Vorhaben sollen zum Ziel haben, biografische Brucherfahrungen zu verringern und lebensphasenspezifische Übergänge zu verbessern. 

 

Förderschwerpunkt 3: Partizipation von Mädchen und Jungen

Trotz vieler Initiativen und Ansätze zur verbesserten Partizipation von Kindern und Jugendlichen bestehen Umsetzungsdefizite im pädagogischen Alltag. Partizipation ermöglicht, Mädchen und Jungen in ihren sozialen und demokratischen Kompetenzen zu stärken und diese weiterzuentwickeln. Mädchen und Jungen können damit lernen, eigene Interessen aber auch die der Gemeinschaft zu vertreten und sich konstruktiv mit Anderen auseinanderzusetzen. Gefördert werden sollen neue Formen der Beteiligung für alle Altersstufen und Arbeitsfelder der Kinder- und Jugendhilfe, die über die bekannten und bewährten formalen Beteiligungsformen hinausgehen. 

 

Förderschwerpunkt 4: Integration von Kindern, Jugendlichen und Familien mit Fluchterfahrung

Auf dem Hintergrund der derzeit großen gesellschaftlichen Herausforderung entstehen auf allen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe neue Fragestellungen in Verbindung mit der Notwendigkeit Kinder, Jugendliche und Familien mit Fluchterfahrungen frühzeitig, bedarfsgerecht und mit adäquaten Hilfen und Methoden bedarfsgerecht für die Zielgruppe weiter entwickeln, neue Hilfeansätze konzipieren und diese modellhaft erproben. Dabei sollen die Modellvorhaben auf eine frühe und nachhaltige gesellschaftliche Einbindung zielen, soziale Teilhabe erleichtern und die Integration in Kindertagesbetreuung sowie schulische und berufliche Bildung fördern.