Unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA)

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Flüchtlingsjunge in Kapuzenpulli und Jeans sitzt auf Rasen

Mit dem seit 1.11.2015 in Kraft getretenen „Gesetz zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher“ hat der Gesetzgeber primär auf das besondere Schutzbedürfnis von UMA bei der Ankunft in Deutschland reagiert. Das Kindeswohl steht auch bei der bundes- und landesweiten Verteilung im Vordergrund. UMA werden bei der unbegleiteten Einreise seit dem 1.11.2015 nach Paragraf 42a Achtes Sozialgesetzbuch zunächst vorläufig in Obhut genommen. Damit auch weiterhin eine kinder- und jugendgerechte Versorgung und Betreuung und der Kinderschutz von jungen Flüchtlingen gewährleistet werden kann, müssen vor Ort unkonventionelle Lösungen und Regelungen gefunden werden.

Betriebserlaubnisverfahren für stationäre Wohnformen

Das KVJS-Landesjugendamt erteilt für Einrichtungen, in denen Kinder oder Jugendliche ganztägig betreut werden, eine Betriebserlaubnis. Sinn und Zweck der Betriebserlaubnis ist die Sicherung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen. Über diese Schutzfunktion hinaus hat das KVJS-Landesjugendamt auch die Aufgabe, die Träger von Einrichtungen während der Planung und Betriebsführung zu beraten. Auch für Einrichtungen und Wohnformen für unbegleitete minderjährige ausländische Kinder und Jugendliche im Rahmen der Inobhutnahme sowie für Anschlusshilfen ist eine Betriebserlaubnis erforderlich.

Das Betriebserlaubnis-Verfahren wird im Referat 43 „Hilfen zur Erziehung und Wohnheime, Betriebserlaubnis, Beratung und Aufsicht, Jugendberufshilfe“ durchgeführt.

UMA Betriebserlaubnis
Besondere Informationen zum Betriebserlaubnisverfahren für UMA

17. Februar 2016

Seit 01.11.2015 sind 2.730 unbegleitete ausländische Kinder- und Jugendliche (UMA) zusätzlich zu den ca. 4.000 in Baden-Württemberg lebenden UMA angekommen und aufgenommen worden. Diese hohe Zahl an Kindern und Jugendlichen, die in Obhut genommen werden mussten, erforderte eine Erweiterung der Qualitätsstandards bei der Betriebserlaubnis zur Versorgung und Betreuung von jungen Flüchtlingen. Die erweiterten Aspekte sind in dem Eckpunktepapier "Betriebserlaubnis bei Angeboten für UMA" beschrieben. Das Eckpunktepapier wurde vom Sozialministerium und dem KVJS-Landesjugendamt erarbeitet und mit den Kommunalen Landesverbänden und der Liga der freien Wohlfahrtspflege abgestimmt. Es wurde am 18.02.2016 veröffentlicht.

Rundschreiben 5/2016: Eckpunkte für öffentliche und freie Träger für die Betriebserlaubnis bei UMA-Angeboten

Anlage 1, Anlage 2

Oktober 2015

Nach wie vor kommen täglich unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) nach Baden-Württemberg. Jugendämter stehen zunehmend vor der Situation, innerhalb eines Tages deutlich mehr UMA in Obhut nehmen zu müssen als Inobhutnahmeplätze bei Einrichtungsträgern zur Verfügung stehen. Um der teilweise zugespitzten und nur eingeschränkt planbaren Situation gerecht zu werden, bedarf es kurzfristig realisierbarer Lösungen für Inobhutnahme-Plätze nach § 42 SGB VIII und der nötigen Anschlusshilfen.

KVJS-Rundschreiben 23/2015 vom 13.10.2015 „Berufliche Förderung von jungen Flüchtlingen“

zzgl. Anlage Potenziale nutzen – geflüchtete Menschen beschäftigen Informationen für Arbeitgeber, Bundesagentur für Arbeit 2015

KVJS-Rundschreiben 22/2015 vom 12.10.2015 „Informationsstand zu Unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen - Betriebserlaubnis und Gesetzesinitiative“

Weitere Informationen

Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter
www.bag-landesjugendaemter.de/

BAGLJÄ: Handlungsempfehlungen zum Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Bundesfachverband für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
www.b-umf.de/

Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht  e. V. (DIJuF)
https://www.dijuf.de/
DiJuF: Synopse zum Gesetz zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher

Arbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugendhilfe
https://www.agj.de/

Deutsches Jugendinstitut
www.dji.de/

Projekte
Schulanaloger Unterricht für junge Flüchtlinge
Modellprojekt "Willkommen bei Freunden" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Veranstaltungen

Zum Thema UMA sind im KVJS-Fortbildungsprogramm derzeit folgende Veranstaltungen und Schwerpunkte in folgenden Veranstaltungen geplant:

Das gesamte Fortbildungsprogramm des KVJS-Landesjugendamt finden Sie hier.

Die Landesverteilungsstelle

Die Landesverteilungsstelle beim KVJS-Landesjugendamt übernimmt die Verteilung unbegleiteter minderjähriger Ausländer (UMA) auf die baden-württembergischen Stadt- und Landkreise. Das Landesjugendamt unterstützt zudem die Jugendämter und Träger vor Ort mit fachlicher Beratung.

Im ganzen Land müssen die Unterbringungskapazitäten in Heimen, betreuten Wohnformen, Internaten sowie in Pflegefamilien erweitert werden. Für UMA-Einrichtungen im Rahmen der vorläufigen und eigentlichen Inobhutnahme sowie für Anschlusshilfen ist eine Betriebserlaubnis erforderlich. Entsprechende Betriebserlaubnisverfahren werden vom KVJS-Landesjugendamt vorrangig bearbeitet.

Von allen bundesweit ankommenden UMA soll Baden-Württemberg nach dem Königsteiner Schlüssel 12,86 Prozent aufnehmen. Die Landesverteilungsstelle beim KVJS weist diese Kinder und Jugendlichen entsprechend der Einwohnerzahlen den Stadt- und Landkreisen zu. Das Gesetz gibt sehr knappe Fristen vor. So muss zum Beispiel die Zuweisung ab dem Zeitpunkt der Meldung bei der Landesverteilungsstelle innerhalb von zwei Werktagen erfolgen.

Die Landesverteilungsstelle soll durch eine Lenkungsgruppe begleitet werden, bestehend aus Vertretern der beteiligten Ministerien, der Kommunalen Landesverbände, der Liga der freien Wohlfahrtspflege und des KVJS.

Ansprechpersonen für Fragen zur Betriebserlaubnis

Ihr Ansprechpartner für Fragen der Verteilung

Gerald Häcker

Telefon: 0711-6375 474
E-Mail schreiben