Gute Vernetzung auf allen Ebenen

Tragfähige Netzwerke sind ein wesentlicher Bestandteil der Aktion 1000 - Perspektive 2020. Die Bandbreite reicht vom landesweiten Teilhabeausschuss mit seinen Arbeitsausschüssen über regionale Netzwerkkonferenzen bis hin zur Berufswegekonferenz mit behinderten Schülerinnen und Schülern.

Die Netzwerkstruktur

In Baden-Württemberg gab es zu Beginn der Aktion 1000 keine flächendeckende Konzeption zur Integration auch schwerer beeinträchtigter behinderter Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Wesentlicher Teil der Aktion war es deshalb, gemeinsam mit allen Partnern, den Teilhabeausschuss Baden-Württemberg als landesweites Netzwerk zu gründen.

Die Geschäftsstelle des Teilhabeausschusses ist beim Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg.

Die Mitglieder:

  • Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
  • Ministerium für Arbeit und Soziales
  • KVJS
  • Landkreistag und Städtetag
  • Bundesagentur für Arbeit
  • Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat „SBBZ"
  • Liga der freien Wohlfahrtspflege
  • je zwei Vertreter/innen der Arbeitsausschüsse

Dem Teilhabeausschuss Baden-Württemberg sind zur fachlichen Unterstützung vier Arbeitsausschüsse angegliedert:

Arbeitsausschuss Schule
Dieser Ausschuss hat zur Feststellung der Fähigkeiten von Schülern und Schülerinnen eine Kompetenzanalyse aus dem Verfahren beim Modellprojekt KoBV weiterentwickelt. Sie wurde vom Kultusministerium allen SBBZ mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung dringend empfohlen.

Arbeitsausschuss WfbM
Der Ausschuss soll die durch die Aktion 1000 angestoßenen neuen Entwicklungen in die Werkstätten hineintragen. Er hat eine Bestandsaufnahme zum Thema „Übergänge aus der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt“ durchgeführt und setzt sich aktiv mit den Entwicklungen auseinander.

Arbeitsausschuss Übergänge
Er erarbeitete die „Gemeinsamen Grundlagen zur Förderung von Übergängen für wesentlich behinderte Menschen zum allgemeinen Arbeitsmarkt ". Diese Empfehlungen hat der Teilhabeausschuss für Baden-Württemberg verabschiedet. Das Grundlagenpapier wird neuen Entwicklungen angepasst.

Arbeitsausschuss Berufsausbildung
Dieser Ausschuss entwickelt die zusätzlichen Ausbildungsmöglichkeiten für die Zielgruppe weiter. Die Berufsbildungswerke, die Kammern (im Rahmen von Handlungsfeld 4 der Initiative Inklusion) und die Arbeitgeberverbände (im Kontext zum Programm "Wirtschaft Inklusiv") sind in diesem Ausschuss vertreten.

In den Netzwerkkonferenzen sind alle lokalen oder regionalen Institutionen und Akteure des Arbeitsmarktes vertreten, die zur beruflichen Integration der besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen beitragen können. Sie treffen gemeinsam verbindliche Verfahrens- und Kooperationsabsprachen über erforderliche Leistungen zur beruflichen Bildung und Vorbereitung - wenn möglich unter Nutzung des allgemeinen Arbeitsmarktes. Diese Absprachen sollen immer wieder an die jeweiligen Erfordernisse vor Ort angepasst werden.

Gemeinsam mit den Stadt- und Landkreisen wurden die Netzwerkkonferenzen mittlerweile flächendeckend in Baden-Württemberg eingeführt. Sie finden - in Abstimmung mit allen Leistungsträgern - in der Regel einmal jährlich in jedem Stadt- und Landkreis statt.

Eine Checkliste zur Durchführung von Netzwerkkonferenzen finden Sie im "Werkzeugkoffer Wirkungsorientierung".

Die so genannten Berufswegekonferenzen werden von den SBBZ in Kooperation mit dem Integrationsfachdienst für ihre Schüler durchgeführt. Hier geht es ausschließlich um den „Einzelfall“. Alle wesentlichen Entscheidungen zur Teilhabe am Arbeitsleben werden bei der Berufswegekonferenz getroffen - dem individuellen Netzwerk der Schülerinnen und Schüler.

Beteiligte sind:

  • die Schüler selbst
  • die Vertretungsberechtigten
  • die Schule
  • der Integrationsfachdienst
  • die Berufsberatung der Agentur für Arbeit
  • das Fallmanagement des Sozialhilfeträgers (in Baden-Württemberg die Stadt- und Landkreise)
  • eventuell weitere Bildungsträger

Die Berufswegekonferenzen sind Teil der individuellen Berufswegeplanung. Sie erfolgt in der Regel mit dem zehnten Schuljahr, dem Eintritt der Schüler in die Berufsschulstufe. Auftakt der Berufwegeplanung ist eine Informationsveranstaltung der Schule für die Schüler und die Eltern. Zudem erfasst die Schule die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler durch das Kompetenzinventar nach landesweit einheitlichen Kriterien. Das Vorliegen des Kompetenzinventars ist Voraussetzung, um Unterstützung durch den Integrationsfachdienst zu erhalten.

Mit Beginn der beruflichen Phase erstellt der Integrationsfachdienst in Abstimmung mit den Leistungsträgern einen Teilhabeplan. Alle relevanten Daten für die Leistungsträger werden dort erfasst und fortgeschrieben. Er ist Grundlage für die Bewilligung von Leistungen. Dies gilt auch für die Leistungen des Integrationsamts.

Ihr Kontakt zu uns

Berthold Deusch

Leiter Referat "Koordinierung der Integrationsfachdienste"

Telefon: 0721 8107-911

Ingrid Krczal

Stellvertretende Leiterin Referat "Koordinierung der Integrationsfachdienste"

Telefon: 0711 6375-269