Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung und so genannten herausfordernden Verhaltensweisen in Einrichtungen der Behindertenhilfe in Baden-Württemberg

Ausgangslage

Die Begleitung und Betreuung von Erwachsenen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung und sogenannten herausfordernden Verhaltensweisen wird in Baden-Württemberg in den letzten Jahren viel diskutiert. Sozialhilfeträger und Leistungserbringer sollen diesen Personenkreis angemessenen unterstützen und Teilhabe ermöglichen. Ein Teil der Erwachsenen mit sogenannten herausfordernden Verhaltensweisen wird in Sondergruppen außerhalb des Rahmenvertrages betreut. Die Zahl der Plätze ist hier in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Daneben gibt es weitere Angebote, die auf Vereinbarungen mit Zuschlägen zu stationären Wohnangeboten nach dem Rahmenvertrag sowie einzelfallbezogenen Vereinbarungen basieren. Die Zahl dieser Angebote ist gegenwärtig nicht bekannt. Auch fehlen Informationen dazu, welche Wirkung eine Betreuung in einer Sondergruppe oder in der stationären Regelversorgung hat. Wie die Inanspruchnahme von Sondergruppen oder speziellen Angeboten reduziert werden könnte, ist zudem unklar. 

Forschungsbedarf

Ziel des Forschungsvorhabens ist es,

  • eine empirische Datenbasis zur aktuellen Betreuungssituation zu erhalten,
  • Kriterien zur Entstehung und Anamnese von herausfordernden Verhaltensweisen zu formulieren, 
  • einen Überblick über die Konzepte zu schaffen, nach denen Sondergruppen derzeit arbeiten sowie
  • Hinweise zu fachlichen Standards in der Betreuung der Zielgruppe zu formulieren.

Es soll eine belastbare Grundlage geschaffen werden, um fachliche Standards zu begründen und zu etablieren. Zu berücksichtigen ist, dass zuerst das Regelsystem aufgefordert ist – auch im Rahmen der wohnortnahen Versorgung – ein individuell passendes Angebot zu machen.

Projektpartner

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Rehabilitationspädagogik

Projektleitung Wissenschaft

Prof. Dr. Georg Theunissen, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Rehabilitationspädagogik

Projektleitung Praxis

Julia Lindenmaier, KVJS-Dezernat Soziales

Ihre Ansprechpartnerin beim KVJS

Julia Lindenmaier

Telefon: 0711 6375-209

Laufzeit

April 2016 bis September 2018

Projektbeschreibung