Minderjährige Eheleute (Kinderehe) und drohende Zwangsheirat - Chancen und Grenzen der Jugendhilfe

Zielgruppe

Mitarbeiter aus der Kinder- und Jugendhilfe in Baden-Württemberg, die in Kontakt mit minderjährigen Mädchen und Jungen, sowie deren Vertrauten sind, insbesondere Mitarbeitende aus dem Sozialen Dienst, der Jugend- und Jugendsozialarbeit, der Schulsozialarbeit, Mitarbeitende aus Beratungsstellen, der justiznahen Jugendhilfe (Jugendgerichtshilfe, Bewährungshilfe)

Ziele und Inhalte

Zwangsverheiratung ist eine Form von Gewalt, die auch in Deutschland vorkommt. In der Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2011 wurden 3 443 Betroffene im Jahr 2008 benannt. Hiervon sind rund 60 Prozent angedrohte und 40 Prozent vollzogene Zwangsverheiratungen. Die Dunkelziffer ist vermutlich höher.

„Zwangsverheiratungen liegen dann vor, wenn mindestens einer der Eheleute durch die Ausübung von Gewalt oder durch die Drohung mit einem empfindlichen Übel zum Eingehen einer formellen oder informellen [¿] Ehe gezwungen wird und mit seiner Weigerung kein Gehör findet oder es nicht wagt, sich zu widersetzen.“ (Definition aus der Studie „Zwangsverheiratung in Deutschland – Anzahl Analyse von Beratungsfällen“)

Auch die Schließung von Ehen von Minderjährigen (Kinderehen) wird sehr kritisch gesehen, weil das Wohl der Minderjährigen und ihre Entwicklungschancen beeinträchtigt werden können. In Deutschland ist am 22. Juli 2017 das Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen in Kraft getreten. Dieses beinhaltet insbesondere die Heraufsetzung des Ehemündigkeitsalters auf 18 Jahre und die Aufhebung beziehungsweise Unwirksamkeit von bereits (auch im Ausland) geschlossenen Ehen unter Minderjährigen.

Ziel der Fachtagung ist die umfassende Information, die Vernetzung sowie Sensibilisierung der Teilnehmenden und das Wissen über Möglichkeiten in der Kinder- und Jugendhilfe. Am Vormittag wird in die Thematik und in die rechtlichen Grundlagen eingeführt. Am Nachmittag können sich die Teilnehmenden durch zwei parallele Workshops auf einen Schwerpunkt fokussieren ("Umgang mit drohender Zwangsheirat in Deutschland" oder "Umgang mit Kinderehen"). In den Pausenzeiten können verschiedene Informationsstände von Projekten und Einrichtungen mit thematischem Bezug besucht werden.

Methoden

Vorträge im Plenum, Workshops, Fallbeispiele, Infostände in den Pausen

Hinweise

Referentin/Referent:
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Astrid Kauth, Stuttgart
Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan, Villingen-
Schwenningen
Sandra Stopper, Hechingen
Halide Özdemir, Stuttgart
Marina Walz-Hildenbrand, Stuttgart


Die Veranstaltungs-Informationen

Verfügbarkeit:
Plätze verfügbar (grüner Daumen nach oben)
Veranstaltungsnummer:
18-4-SP11-1
Zeit und Ort:
19.06.2018
Tagungszentrum Gültstein
Preis:
92,00 €
Maximale Teilnehmeranzahl:
30 – 80
Referent/in:
Halide Özdemir, Stuttgart
Marina Walz-Hildenbrand, Stuttgart
Astrid Kauth, Stuttgart





Sevilay Inci-Kartal, Bielefeld

Fachliche Auskünfte:
Mirjam Bernad
Tel. 0711/6375-545
E-Mail >>
Organisatorische Auskünfte:
Tel. 0711 6375-610
Fax 0711 6375-125
Mo-Do 9-12, 13-16:30 Uhr
Fr 9-12 Uhr
E-Mail schreiben >>
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