Beratungsstelle

Die Anlauf-und Beratungsstelle "Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975" in Baden-Württemberg wurde im Februar 2012 eröffnet.

Weitere Informationen

Einzelfallakten

Das Recht, ein Kind im Heim unterzubringen, hatten in den 50er- und 60er-Jahren die Jugendämter vor Ort, die Amts- und Vormundschaftsgerichte sowie die Landesjugendämter. Viele Heime wurden in der damaligen Zeit von kirchlichen Trägern betrieben. Daneben gab es Heime öffentlicher und anderer privater Träger.

Der KVJS hat recherchiert, wo Einzelfallakten der staatlichen Heime und der Landesjugendämter zu finden sind.

  

Akten der staatlichen Heime

In den 50er- und 60er-Jahren haben die Landesfürsorgeverbände und später die Landeswohlfahrtsverbände Heime betrieben. Die Heimverwaltungen führten Akten über die untergebrachten Jungen und Mädchen.

Zum Teil sind noch Akten vorhanden. Betroffene können sie einsehen. Weitere Informationen finden Sie hier

 

Akten des Landesjugendamts

Beim heutigen Landesjugendamt unter dem Dach des KJVS werden noch rund 1.000 FEH -Einzelfallakten verwahrt. Unter ihnen sind 120 Akten aus den 50er- und 60er-Jahren. Anfragen und Akteneinsicht sind hier möglich.

Bei den 120 Akten handelt es sich nur um einen Bruchteil der damals erstellen Unterlagen. Denn die Aufbewahrungsfrist war und ist gesetzlich nicht geregelt. Damals empfahlen das Sozialministerium und der Städtetag, die Akten nach dem Ende der Hilfegewährung noch zehn Jahre aufzubewahren. Anschließend wurde ein Teil der Einzelfallakten den zuständigen Archiven in Baden-Württemberg (siehe rechte Seitenspalte) angeboten. Ein kleiner Teil der Akten wurde dort archiviert, ein Großteil wurde vernichtet. 

 

Akten der Freiwilligen Erziehungshilfe ( FEH )

Einzelfallakten legten die beiden Landesjugendämter in der so genannten Freiwilligen Erziehungshilfe an. Wenn Jugendlichen die „Verwahrlosung drohte“, konnten die Landesjugendämter Erziehungsmaßnahmen und somit auch Heimunterbringungen anordnen. Grundlage war das Jugendwohlfahrtsgesetz (JWG). Erforderlich war die Zustimmung oder ein Antrag der Eltern oder anderer Erziehungsberechtigter. Die freiwillige Erziehungshilfe konnte bei einer „Gefährdung oder Schädigung der leiblichen, geistigen oder seelischen Entwicklung“ in die Wege geleitet werden. 

 

Akten der Fürsorgeerziehung ( FE )

Einzelfallakten gibt es auch aus der Fürsorgeerziehung. Bei „drohender oder bereits eingetretener Verwahrlosung“ konnten die Landesjugendämter beim Vormundschaftsgericht die Fürsorgeerziehung beantragen. Die Zustimmung der Eltern war nicht erforderlich. Auch hier bot das Jugendwohlfahrtsgesetz JWG die rechtliche Grundlage.

 

Akten von örtlichen Jugendämtern und Gerichten

Vereinzelt gibt es auch noch Akten der beteiligten Jugendämter und Gerichte aus der damaligen Zeit bei Stadt- und Kreisarchiven und in den Archiven der Gerichte. Bei Anfragen zur Einsichtnahme in diese Akten wenden Sie sich bitte an die Jugendämter und an die Gerichte oder an die zuständigen Archive.

Weitere Informationen

HIER können Sie Kontakt aufnehmen, um Ihre Akten einzusehen. 


Gerne beantworten wir Ihre Fragen. Wir sind offen für Ihre Anregungen.

Die Websites der zuständigen Archive in Baden-Württemberg


Landesarchiv Baden-Württemberg, Projektstelle "Heimerziehung"

Generallandesarchiv Karlsruhe

Staatsarchiv Ludwigsburg

Staatsarchiv Sigmaringen

Staatsarchiv Freiburg