Ihr Kontakt zu uns

Ulrike Gfrörer

Telefon: 0711 6375-443

Kerstin Illg

Finanzielle Förderung Modellvorhaben

Telefon: 0711/6375-864

Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe

Gesellschaftliche Herausforderungen und Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien ändern sich stetig. Die Kinder- und Jugendhilfe muss mit innovativen Ideen und Ansätzen darauf reagieren, um nachhaltig effektive Hilfen anzubieten. Die Ergebnisse der Modellvorhaben werden über Fachtage oder Veröffentlichungen landesweit transferiert, sind Gegenstand der Diskussion in Fachforen. Sie leisten somit ihren Beitrag zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe.

Neben der fachlichen Notwendigkeit ist die Förderung von Modellvorhaben auch gesetzlicher Auftrag nach § 85 (2) 4 SGB VIII.

Die Modellvorhaben in der Kinder- und Jugendhilfe müssen folgende Kriterien erfüllen:

  • Innovation, ein neuer Ansatz in der Kinder- und Jugendhilfe wird entwickelt/erprobt,
  • Konzeption und Projektmanagement sind stringent angelegt,
  • Ein fachlich adäquates, auch überregional zu transferierendes Ergebnis ist zu erwarten,
  • eine (Selbst)-Evaluation ist in der Projektkonzeption enthalten.

Die aktuellen Förderschwerpunkte

Inklusives Aufwachsen und lebenslanges gemeinsames Lernen von Menschen mit und ohne Handicap soll zur Selbstverständlichkeit werden. Inklusion meint aber mehr: bei Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe ist die Vielfalt und Heterogenität der jungen Menschen im Sinne einer Diversity-Orientierung konsequent zu berücksichtigen. Barrieren sollen abgebaut und Vielfalt als Chance für die Gesellschaft begriffen werden. Hierfür müssen Veränderungsmöglichkeiten bisheriger Strukturen ausgelotet und praktisch erprobt werden. Gefördert werden Vorhaben, die das Ziel haben, Teilhabechancen zu erkennen, Barrieren abzubauen und neue ressortübergreifende Ansätze zu erproben. Insbesondere werden Vorhaben gefördert, die das Zusammenwirken von Jugendhilfe und Schule im Kontext einer inklusiven Bildung im Sozialraum weiterentwickeln.  

Armut schlägt unmittelbar auf die Chancengleichheit und Teilhabechancen von jungen Menschen Kindern durch und bedeutet meist einen Mangel an Entwicklungschancen. Es sollen Handlungsansätze entwickelt und erprobt werden, die erschwerte Lebenslagen und damit einhergehende Exklusionsrisiken von jungen Volljährigen in den Blick nehmen und den Aufbau einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Grundsicherung befördern. Der Fokus liegt dabei auf Konzeptentwicklungen für von Wohnungslosigkeit bedrohte junge Frauen und Männer sowie auf innovativen Ansätzen für junge Frauen und Männer mit Jugendhilfeerfahrung (Care Leaver). Die Vorhaben sollen zum Ziel haben, biografische Brucherfahrungen zu verringern und lebensphasenspezifische Übergänge zu verbessern.

Demokratiebildung, politische Bildung und Aktivierung im Sozialraum sind von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung. Diese Aspekte gilt es in den Angeboten der Erziehungshilfen, Jugendsozialarbeit und Jugendarbeit zu stärken und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt sollen dabei die Themen und Anliegen junger Menschen stehen, in denen sich vielfältige politische Themen widerspiegeln.

In den Modellvorhaben sollen neue, innovative Herangehensweisen gemeinsam mit Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen entwickelt, erprobt und evaluiert werden. Zielsetzung ist es, das Demokratieverständnis zu fördern und junge Menschen zur Übernahme von gesellschaftlicher und politischer Verantwortung zu befähigen sowie insgesamt die Beteiligung junger Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe zu stärken. Insbesondere sollen auch junge Menschen mit Teilhabehemmnissen in die Modellvorhaben mit einbezogen werden

Auf dem Hintergrund der derzeit großen gesellschaftlichen Herausforderung entstehen auf allen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe neue Fragestellungen. Es ist notwendig Kinder, Jugendliche und Familien mit Fluchterfahrungen frühzeitig, bedarfsgerecht und mit adäquaten Hilfen und Methoden zu unterstützen. Deshalb sollen Vorhaben gefördert werden, die bestehende Angebote und Methoden bedarfsgerecht für die Zielgruppe weiterentwickeln, neue Hilfeansätze konzipieren und diese modellhaft erproben. Dabei sollen die Modellvorhaben auf eine frühe und nachhaltige gesellschaftliche Einbindung zielen, soziale Teilhabe erleichtern und die Integration in Kindertagesbetreuung sowie schulische und berufliche Bildung fördern. 

Modellvorhaben 2015 - 2017

Mit der Entscheidung des Landesjugendhilfeausschusses vom 8. Juli 2015 beginnen im Herbst 2015 folgende zehn auf drei Förderjahre hin angelegte Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe in Baden-Württemberg. Die Vorhaben werden jeweils von einer Fachperson des KVJS-Landesjugendamtes begleitet.

KIWI – Kinder der Welt integriert
Träger: Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche, Enzkreis

Bei dem Vorhaben handelt es sich um ein differenziertes Angebot zur Begleitung und Integration für Flüchtlingskinder in Form von Einzel-, Gruppen- und Familienhilfe. Ein Schwerpunkt liegt auf der Gruppenbetreuung, die als niederschwelliges interkulturelles Angebot zur psychosozialen Stabilisierung von Flüchtlings-kindern beiträgt. Auch die Eltern werden unterstützt. An den Schnittstellen Beratung – Schulsozialarbeit – Migrantenbetreuung – Ehrenamtlichkeit entsteht ein neues Konzept, mit dem auf einen aktuellen gesellschaftlichen Bedarf speziell der Kontingentflüchtlinge reagiert wird.

Ansprechperson in der Beratungsstelle Enzkreis: Frau Sebastian, Tel. 07231 308 70
Ansprechperson im KVJS-Landesjugendamt: Frau Wildner, Tel. 0711 6375 439


Kulturvermittlung und Bildung für junge Flüchtlingsmütter
Träger: Adelhausen Stiftung Freiburg / Waisenhausstiftung Freiburg

Jeden Monat nimmt Freiburg 60 Flüchtlinge auf, davon viele junge Frauen und Mädchen mit ihren Kindern. Für die Kinder stehen nicht sofort Betreuungsplätze zur Verfügung und viele der jungen Mütter geben ihre Kinder ungern in „fremde Hände“. Das Modellvorhaben bietet Kultur und Systemvermittlung für die Mütter und Betreuung für die Kinder durch Tagesmütter an einem Ort an. Das Vorhaben ist in verschiedene Netzwerke sowohl der Flüchtlingshilfe als auch der Kinderbetreuung integriert und mit dem kommunalen Gesamtkonzept der Flüchtlingsbetreuung abgestimmt.

Ansprechperson in der Stiftsverwaltung Freiburg: Herr Roemer, Tel. 0761 2108210
Ansprechperson KVJS-Landesjugendamt: Frau Frey, Tel- 0711/6375-865

 

Jetzt erst Recht! Recht auf Wohnen für junge wohnungslose Menschen
Träger: Jugendberatung Freiburg e.V.

Ziel des Vorhabens ist es, neue Wege für junge wohnungslose Menschen zu erkunden und neue Vernetzungsstrukturen für diese Zielgruppe aufzubauen. Die Wohnungslosenhilfe ist mangels Alternativen für Jugendliche in prekären Lebensverhältnissen viel zu häufig die nächste Station. Im Zentrum des Vorhabens steht eine Intensivierung der Kooperation mit den Wohnungsbaugenossenschaften sowie einer Verbesserung der Angebote der Jugendhilfe für sogenannte care leaver.

Ansprechperson in der Jugendberatung Freiburg: Frau Kaffenberger, Tel. 0761 273487
Ansprechperson im KVJS-Landesjugendamt: Frau Moll, Tel. 0711 6375 859

 
Offenes Bildungshaus für Jugendliche, SchülerInnen und Schüler
Träger: Stadt Öhringen

In Öhringen wird der Jugendarbeit ab 2017 ein neues Haus mit 420 qm Fläche zur Verfügung stehen, da zentral zwischen den drei weiterführenden Schulen: Gymnasium, Realschule, Gemeinschaftsschule liegt. Öhringen will Jugendarbeit-Jugendbildung-Jugendhilfe neu denken. Die Stadt Öhringen will die Inhaltlichen Bezüge zwischen Jugendarbeit, Bildung und (Hilfen zur) Erziehung neu denken. Dahinter steckt die Vision, dass der Sozialraum Schule sich öffnet hin zu attraktiven Räumen und Angeboten der Jugendarbeit als Bildungs- und Vertrauenspartner von Jugendlichen.

Ansprechperson in der Fachstelle Bildung-Beteiligung-Jugend: Herr Saknus, Tel. 07941 68 217
Ansprechperson im KVJS-Landesjugendamt: Herr De Bartolo, Tel. 0711 6375 569


8-er Rat – ein neues Modell der kommunalen Jugendbeteiligung
Träger: Jugendbildungswerk Freiburg

„Demokratie in der Kommune“ ist ein Themenfeld in den Bildungsplänen für die 8. Klassen aller Schultypen in Baden-Württemberg. Auf dieser Grundlage bilden SchülerInnen dreier Freiburger Schulen für ein Jahr den 8er-Rat. Auf Konferenzen und in schulübergreifenden AGs entwickeln sie kommunalpolitisch relevante Beteiligungsprojekte und setzen diese mit Partnern aus Politik und Verwaltung praktisch um.

Ansprechperson im Jugendbildungswerk Freiburg: Herr Cassel, Tel. 0761 791979-0
Ansprechperson im KVJS-Landesjugendamt: Herr Reif, Tel. 0711 6375 440


Vielfalt sexueller Orientierung
Träger: ihs – Initiativgruppe Homosexualität Stuttgart e.V.

Es werden Ansätze und Methoden entwickelt, die die persönliche Situation für LSBTTIQ Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund verbessern. Junge Menschen, insbesondere aus Familien/Communities konservativ-traditioneller und stark religiöser Herkunftsländer haben bisher oft keine Chancen, ihre sexuelle Orientierung oder Neigung zu leben oder ihre geschlechtliche Identität zu finden. Hierfür werden kultursensible Strategien und Methoden für eine Wertediskussion in den Communities / Öffnung von Migrant/-innen(jugend)selbstorganisationen erarbeitet. Der Ansatz ist interkulturell und religionssensibel.

Ansprechperson bei der ihs: Herr Stein, Tel. 0711 640 44 94
Ansprechperson im KVJS-Landesjugendamt: Frau Moll, Tel. 0711 6375 859


Das sind wir! Jugendliche leben Inklusion in Holzgerlingen
Träger: Sozialtherapeutischer Verein e.V.

Initiiert durch Kirche, Kommune und Jugendhilfe treffen sich in Holzgerlingen Jugendliche mit und ohne Behinderung zur gemeinsamen Freizeitgestaltung. Gemeinsam mit dem neuen Konfirmandenjahrgang sollen die Jugendlichen aus dem Flüchtlingsheim in die Gruppe einbezogen werden. Besuche in der Behindertenwerkstatt, in Vereinen, Schulen, im Flüchtlingsheim, sowie eine gemeinsame Freizeitwoche schaffen Begegnungen in den Lebenswelten. Das Vorhaben wird in enger Kooperation mit dem Jugendhaus der Stadt Holzgerlingen durchgeführt.

Ansprechperson im Familienzentrum Holzgerlingen: Frau Binder, Tel. 07031 605888
Ansprechperson im KVJS-Landesjugendamt: Frau Gfrörer, Tel. 0711 6375 443


schwätz mit
Träger: Diasporahaus Bietenhausen e.V.

Das Diasporahaus wird seine Kinder und Jugendlichen zur Umsetzung ihrer Rechte ausbilden. Dabei wer-den demokratische Abstimmungs- und Beschlussprozesse in allen Gruppen und Klassen stattfinden. Die gewählten Gruppen- und KlassensprecherInnen lassen sich zu MultiplikatorIinnen ausbilden. In verschiedenen Standorten der Einrichtung werden Kooperationen mit der Schulsozialarbeit und der gemeinwesenorientierten Offenen Jugendarbeit ausgebaut.

Ansprechperson im Diasporahaus Bietenhausen: Herr Griesinger, Tel. 07478 8828
Ansprechperson im KVJS-Landesjugendamt: Herr Riehle, Tel. 0711 6375 489

 
Drei mal drei – Stärkung der Jugendringe
Träger: Landesjugendring BW e.V.

Der Landesjugendring wird exemplarisch an drei Standorten dabei unterstützen, selbstverwaltete Strukturen von Jugendlichen zu stärken. Dabei können ggf. Jugendringe neu verankert und die Debatte mit kommunalen Entscheidungsträgern intensiviert werden.

Ansprechperson im Landesjugendring Baden-Württemberg: Herr Schmidt, Tel. 0711 16447 0
Ansprechperson im KVJS-Landesjugendamt: Herr Reif, Tel. 0711 6375 440