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Ulrike Gfrörer

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Kerstin Illg

Finanzielle Förderung Modellvorhaben

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Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe

Gesellschaftliche Herausforderungen und Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien ändern sich stetig. Die Kinder- und Jugendhilfe muss mit innovativen Ideen und Ansätzen darauf reagieren, um nachhaltig effektive Hilfen anzubieten. Die Ergebnisse der Modellvorhaben werden über Fachtage oder Veröffentlichungen landesweit transferiert, sind Gegenstand der Diskussion in Fachforen. Sie leisten somit ihren Beitrag zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe.

Neben der fachlichen Notwendigkeit ist die Förderung von Modellvorhaben auch gesetzlicher Auftrag nach § 85 (2) 4 SGB VIII.

Die Modellvorhaben in der Kinder- und Jugendhilfe müssen folgende Kriterien erfüllen:

  • Innovation, ein neuer Ansatz in der Kinder- und Jugendhilfe wird entwickelt/erprobt,
  • Konzeption und Projektmanagement sind stringent angelegt,
  • Ein fachlich adäquates, auch überregional zu transferierendes Ergebnis ist zu erwarten,
  • eine (Selbst)-Evaluation ist in der Projektkonzeption enthalten.

Die aktuellen Förderschwerpunkte

Inklusives Aufwachsen und lebenslanges gemeinsames Lernen von Menschen mit und ohne Handicap soll zur Selbstverständlichkeit werden. Inklusion meint aber mehr: bei Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe ist die Vielfalt und Heterogenität der jungen Menschen im Sinne einer Diversity-Orientierung konsequent zu berücksichtigen. Barrieren sollen abgebaut und Vielfalt als Chance für die Gesellschaft begriffen werden. Hierfür müssen Veränderungsmöglichkeiten bisheriger Strukturen ausgelotet und praktisch erprobt werden. Gefördert werden Vorhaben, die das Ziel haben, Teilhabechancen zu erkennen, Barrieren abzubauen und neue ressortübergreifende Ansätze zu erproben. Insbesondere werden Vorhaben gefördert, die das Zusammenwirken von Jugendhilfe und Schule im Kontext einer inklusiven Bildung im Sozialraum weiterentwickeln.  

Armut schlägt unmittelbar auf die Chancengleichheit und Teilhabechancen von jungen Menschen Kindern durch und bedeutet meist einen Mangel an Entwicklungschancen. Es sollen Handlungsansätze entwickelt und erprobt werden, die erschwerte Lebenslagen und damit einhergehende Exklusionsrisiken von jungen Volljährigen in den Blick nehmen und den Aufbau einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Grundsicherung befördern. Der Fokus liegt dabei auf Konzeptentwicklungen für von Wohnungslosigkeit bedrohte junge Frauen und Männer sowie auf innovativen Ansätzen für junge Frauen und Männer mit Jugendhilfeerfahrung (Care Leaver). Die Vorhaben sollen zum Ziel haben, biografische Brucherfahrungen zu verringern und lebensphasenspezifische Übergänge zu verbessern.

Demokratiebildung, politische Bildung und Aktivierung im Sozialraum sind von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung. Diese Aspekte gilt es in den Angeboten der Erziehungshilfen, Jugendsozialarbeit und Jugendarbeit zu stärken und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt sollen dabei die Themen und Anliegen junger Menschen stehen, in denen sich vielfältige politische Themen widerspiegeln.

In den Modellvorhaben sollen neue, innovative Herangehensweisen gemeinsam mit Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen entwickelt, erprobt und evaluiert werden. Zielsetzung ist es, das Demokratieverständnis zu fördern und junge Menschen zur Übernahme von gesellschaftlicher und politischer Verantwortung zu befähigen sowie insgesamt die Beteiligung junger Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe zu stärken. Insbesondere sollen auch junge Menschen mit Teilhabehemmnissen in die Modellvorhaben mit einbezogen werden

Auf dem Hintergrund der derzeit großen gesellschaftlichen Herausforderung entstehen auf allen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe neue Fragestellungen. Es ist notwendig Kinder, Jugendliche und Familien mit Fluchterfahrungen frühzeitig, bedarfsgerecht und mit adäquaten Hilfen und Methoden zu unterstützen. Deshalb sollen Vorhaben gefördert werden, die bestehende Angebote und Methoden bedarfsgerecht für die Zielgruppe weiterentwickeln, neue Hilfeansätze konzipieren und diese modellhaft erproben. Dabei sollen die Modellvorhaben auf eine frühe und nachhaltige gesellschaftliche Einbindung zielen, soziale Teilhabe erleichtern und die Integration in Kindertagesbetreuung sowie schulische und berufliche Bildung fördern. 

Modellvorhaben 2017 - 2020

Mit Entscheidung des Landesjugendhilfeausschusses im Juli 2017 beginnen im Herbst dieses Jahres sechs neue Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe in Baden-Württemberg. Die Modellvorhaben sind auf drei Förderjahre angelegt und werden jeweils über fachlich versierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KVJS-Landesjugendamtes begleitet. Fachliche Ergebnisse aus den Modellvorhaben fließen in die Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Weiterbildungsangebote und Fachtage des KVJS ein. Sie werden auch über Fachveranstaltungen der Träger landesweit vermittelt. Die Abschlussberichte werden nach Ende der Modellphase in 2020 auf der KVJS Homepage veröffentlicht.

 

Lernfamilie als Praxismodell von Jugendhilfe und Schule an einem SBBZ mit Förder-schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung
Träger: Sophienpflege, Evang. Einrichtung für Jugendhilfe Tübingen e.V.

Die Sophienpflege entwickelt mit der Lernfamilie ein neues Hilfeformat an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Sonderpädagogischem Bildungs- und Beratungszentrum mit Schwerpunkt sozial emotionale Förderung. In der Lernfamilie erhalten Schülerinnen und Schüler der Klassen 1-4 des SBBZ eine abgestimmte gemeinsame Förderung und Unterstützung durch Sonderpädagogen der Schule und Fachkräfte der Jugendhilfe. Der KVJS unterstützt die externe und interne Auswertung der bisher exemplarisch erprobten Lernfamilien, vor allem im Hinblick auf die Kriterien der gelingenden Implementierung des neuen Hilfeformats.

Kontakt Sophienpflege: Herr Conrad, Tel. 07071 / 883-102
Kontakt KVJS-Landesjugendamt: Herr Dr. Strohmaier, Tel. 0711 / 6375-430

Die Stimme der Adressat/innen und die Nachhaltigkeit von Hilfen –
Qualitätsentwicklung in den erzieherischen Hilfen mit Hilfe von Nachbefragungen – Entwicklung und Erprobung von praxistauglichen Verfahren
Träger: Amt für Jugend, Landkreis Böblingen in Kooperation mit den freien Jugendhilfeträgern im Landkreis

Im Modellvorhaben werden Instrumente der Nachbefragung von Adressatinnen und Adressaten erzieherischer Hilfen entwickelt. Die Wirkung der erzieherischen Hilfen soll aus Nutzerperspektive erfasst werden, um die Effektivität der Hilfen genauer zu bewerten und Bedarfe gezielter zu definieren. Es sollen hilfeformspezifische Verfahren entwickelt werden, die in einem zweiten Schritt auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft werden. Eine erste Nachbefragung wird durchgeführt, um die entwickelten Verfahren bei Bedarf nachzuschärfen. 

Kontakt Träger: Herr Gaugel, Tel. 07031 / 663-1397
Kontakt KVJS-Landesjugendamt: Frau Domon, Tel. 0711 / 6375- 487


Konzepte der Integration – Perspektiven für minderjährige Geflüchtete in der Kinder- und Jugendhilfe im Bodenseekreis und der Stadt Konstanz
Träger: Linzgau – Kinder- und Jugendheim e.V.

Auf der Basis einer vorliegenden Voruntersuchung werden spezifische Konzepte zur Betreuung und Integration junger Geflüchteter entwickelt. Einerseits soll dabei die bedarfsgerechte fachliche Begleitung der Zielgruppe im Mittelpunkt stehen, andererseits die Brücke ins Gemeinwesen geschlagen werden. Ziel ist es, eine adäquate Unterstützung und nachhaltige Integration der jungen Menschen - auch perspektivisch für die Zeit nach der Jugendhilfe - zu entwickeln. Konzepte und Methoden werden explizit auf die Zielgruppe abgestimmt, um gezielte Hilfen zu gestalten. Die Hilfemöglichkeiten der Jugendhilfe, aber auch der Angebote im Sozialraum werden einbezogen.

Kontakt Träger: Herr Berner, Tel. 07551 / 9510-0
Kontakt KVJS-Landesjugendamt: Frau Siegmann, Tel. 0711 / 6375-455


Suchtprävention für geflüchtete Mädchen und Jungen
Träger: bwlV, Fachstelle Sucht in Villingen-Schwenningen

Bewährte Settings, Methoden und Module der Suchtprävention werden für die Zielgruppe der geflüchteten Mädchen und Jungen weiterentwickelt. Geschlechtsspezifische und migrations-spezifische Themen werden dabei inhaltlich und methodisch-didaktisch auf die Zielegruppe angepasst. Dabei wird vermehrt auch bild- und filmgestütztes Material eingesetzt. Daneben wird eine Multiplikatorenschulung für Mitarbeitende der Kinder- und Jugendhilfe entwickelt und erprobt.

Kontakt Träger: Frau Wenzler, Tel. 07721 / 7 8786-460
Kontakt KVJS-Landesjugendamt: Frau Ulmer-Göggel, Tel. 0711 / 6375-878


„FASD – Hilfe“ – Prävention, Öffentlichkeitsarbeit und Beratung für Betroffene des fetalen Alkoholsyndroms, ihre Bezugs- und/oder Helfersysteme
Träger: Fazit GmbH

Die FASD-Hilfe wird die Öffentlichkeit und Fachöffentlichkeit über das Fetale Alkoholsyndrom und seine Folgen für Betroffene, Angehörige und Helfersysteme aufklären. Viele Betroffene nehmen Leistungen der Jugendhilfe in Anspruch oder sind auf Langzeitunterstützung angewiesen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe, Vollzeit- und Adoptiveltern sowie Betroffene und Angehörige sollen im Umgang mit der Zielgruppe geschult und bezüglich eines adäquaten Förderkonzeptes beraten werden. Auch Präventionsangebote und Supervisionsgruppen für Helferinnen und Helfer sollen als sekundärpräventives Angebot erprobt werden.

Kontakt Träger: Frau Schute, Tel. 0711 / 658148-0
Kontakt KVJS-Landesjugendamt: Frau Rieder, Tel. 0711 / 6375-470


Für „Systemsprenger“ Systemgrenzen überwinden – „Systemsprenger“ als Res-source und Anstoß für kooperative Systembildung im Landkreis Reutlingen
Träger: pro juventa gGmbH

Im Modellvorhaben soll ein effektives Fall- und Feldmanagement für grenzgängige Jugendliche aufgebaut werden. Im Zusammenspiel der Jugendhilfeträger untereinander sollen zudem neue Hilfeformen entwickelt werden, die junge Menschen, die in bisherigen Hilfeformen nicht zu halten sind, unterstützen können. Dazu sollen individuelle Förderkonzepte entstehen, in denen fachliche, personelle und organisatorische Ressourcen der Träger im Landkreis kooperativ genutzt werden und die Hilfebedarfe spezifisch und personenzentriert beantwortet werden. Ziel ist es auch, ein trägerübergreifendes Hilfenetzwerk für die Zielgruppe zu knüpfen.

Kontakt Träger: Herr Maier, Tel. 07121 / 9249-0
Kontakt KVJS Landesjugendamt: Frau Wijnvoord, Tel. 0711 / 6375-429

Austauschtreffen "Junge wohnungslose Menschen" vom 20. März 2017

die Dokumentation des Treffens mit der Vorstellung der einzelnen Projekte finden Sie hier.