Kreisteilhabe- und Seniorenplanungen

Kommunale Seniorenplanung

Ziele der kommunalen Seniorenplanung

Die kommunale Seniorenplanung nimmt die Lebenswelt der Menschen ab 65 Jahren in den Blick und bietet neben einem umfassenden Überblick über den Ist-Zustand auch einen fundierten Blick in die Zukunft. Anhand dieser Daten und Fakten werden politische Handlungsempfehlungen und Vorschläge gegeben, um die künftige Weiterentwicklung der kommunalen Versorgungs- und Infrastruktur zu steuern. Im Mittelpunkt stehen dabei die Potenziale und Ansatzpunkte, die ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben ermöglichen.

Die Module sind frei wählbar

Der KVJS orientiert sich als Auftragnehmer an den Anforderungen und Vorstellungen der Stadt-/ Landkreise. Er stellt seine fachliche Kompetenz für die Erstellung der kommunalen Seniorenplanung zur Verfügung. Die Federführung liegt während des gesamten Prozesses beim Stadt-/ Landkreis. Daher gibt es für die individuelle Ausgestaltung und Bearbeitung verschiedene Module, die je nach Schwerpunkt frei wählbar sind.

1. Demografische Entwicklung und Lebenslagen älterer Menschen
Der KVJS bereitet die aktuellen demografischen und soziostrukturellen Daten der amtlichen Statistik auf und stellt die aktuelle Bevölkerungsentwicklung und die voraussichtliche Entwicklung bis zum Jahr 2030 dar. Die Ergebnisse der demografischen Analyse werden grafisch mit entsprechenden textlichen Kommentierungen in einem Berichtsteil dargestellt. Darüber hinaus wird auf die ökonomische Situation älterer Menschen eingegangen.

2. Leben und Wohnen im Alter, Infrastruktur und Mobilität
Der KVJS beschreibt das Thema Wohnen im Alter unter Einbeziehung von Erkenntnissen und Beispielen auf Bundesebene sowie mittels fachlicher Analyse. 

Themen wie barrierefreies Wohnen, Wohnberatung, Wohnungsanpassung, technische Hilfen im Haushalt sowie Quartiersentwicklung werden im Hinblick auf ihre zunehmende Bedeutung beschrieben. Zudem gibt es zu allgemeinen Themen wie Mobilität oder Nahversorgungsstruktur eine Einschätzung bezüglich ihres künftigen Entwicklungsbedarfs.

3. Gesundheitsversorgung
Der KVJS beschreibt die Versorgungssituation für ältere Menschen im Gesundheitsbereich. Dabei wird auf die Themen Gesundheitsförderung und Prävention, geriatrische Versorgung und Rehabilitation, gerontopsychiatrische Versorgung, medizinische Versorgung sowie Palliativpflege und Hospiz eingegangen. Besonders berücksichtigt werden die Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung und zwischen medizinischer und pflegerischer Versorgung. Weiterhin werden die voraussichtlichen Entwicklungen und entsprechende Handlungsmöglichkeiten beschrieben.

4. Unterstützung für das Wohnen zu Hause
Die Angebote der ambulanten Dienstleister und teilstationären Pflegeeinrichtungen werden auf Grundlage einer Erhebung im Hinblick auf Belegung, Auslastung, Nutzerdaten, Angebotsarten und Dienstleistungen beschrieben. Sie werden hinsichtlich des qualitativen und quantitativen künftigen Bedarfs aus fachlicher Sicht bewertet. Der KVJS stellt für die Befragung eigene Erhebungsbögen zur Verfügung. Das Angebot von Wohngemeinschaften für ältere Menschen mit Unterstützungsbedarf nach dem WTPG wird beschrieben und auf die Situation im Landkreis eingegangen.

5. Stationäre Pflege
Die Angebote der vollstationären Pflege werden auf der Grundlage einer Erhebung bei den Pflegeheimen im Hinblick auf Belegung, Auslastung, Nutzerdaten, Angebotsarten und Dienstleistungen beschrieben. Sie werden hinsichtlich des qualitativen und quantitativen künftigen Bedarfs aus fachlicher Sicht bewertet. Der KVJS stellt für die Befragung eigene Erhebungsbögen zur Verfügung.

6. Vorausrechnung der Pflegeleistungen bis zum Jahr 2030
Der KVJS stellt den voraussichtlichen künftigen teil- und vollstationären Pflegeplatzbedarf bis zum Jahr 2030 auf Basis eigener Berechnungen für den Landkreis und seine Kommunen grafisch, tabellarisch und textlich dar. Der KVJS stellt den Bedarf dem Bestand an Pflegeplätzen und den Ergebnissen künftiger Planungen und durch Umsetzung der Landesheimbauverordnung gegenüber. Daraus werden Schlüsse für die künftige Entwicklung des Bedarfs in den Kreiskommunen und für die Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur gewonnen.

7. Arbeitskräfte in der Pflege
Der KVJS beschreibt die Personalsituation in Pflegeeinrichtungen, die zukünftigen Entwicklungen sowie Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung und -sicherung auf Bundesebene.

8. Angebote für besondere Zielgruppen
Der KVJS beschreibt die Themenbereiche und die Situation älterer Menschen mit Migrationshintergrund, mit Demenzerkrankung sowie älterer Menschen mit geistiger Behinderung.

9. Steuerung, Koordinationsstrukturen und Vernetzung
Der KVJS beschreibt die bestehenden Strukturen, Zuständigkeiten, Aufgabenverteilungen, Kooperationen und Vernetzungen auf Basis der Sach- und Fachkenntnis der Altenhilfeplanung.

10. Workshops, Veranstaltungen und Gremien
Der KVJS präsentiert den Prozess der Seniorenplanung auf einer Auftaktveranstaltung und die Ergebnisse der Seniorenplanung auf einer Abschlussveranstaltung, zu der jeweils alle Akteure der Altenhilfe im Landkreis eingeladen sind. Auf Wunsch des Kreises präsentiert der KVJS Zwischenergebnisse und Ergebnisse in Gremien des Landkreises.

11. Redaktionelle Gesamtbearbeitung
Der KVJS übernimmt die redaktionelle und formale Bearbeitung des Gesamttextes des Seniorenplans einschließlich Tabellen, Grafiken und Landkarten im Rahmen des beim KVJS verwendeten Standard-Layouts. Der Gesamtbericht wird als elektronisches Dokument zur Verfügung gestellt.

Beteiligung relevanter Akteure

Dem KVJS ist bei der kommunalen Seniorenplanung ein breites Beteiligungsverfahren wichtig, um alle Interessen, Meinungen und Ideen zu berücksichtigen. Aus diesem Grund werden für spezielle Themengebiete die Gemeinden, Kommunalpolitik, Anbieter, Einrichtungen sowie weitere Experten und relevante Akteure in den Prozess einbezogen. Mittels verschiedener Methoden wirken diese aktiv mit und beleuchten die Planung aus ihrer Sicht. Die Landkreise gewinnen auf diese Weise wertvolle Informationen, um sich bei der Analyse vor Ort an die Wünsche und Bedürfnisse zu orientieren.

  • Eine Auftaktveranstaltung zu Beginn des Planungsprozesses mit möglichst breiter Beteiligung, bei der erste Ergebnisse über die demografische Entwicklung im Landkreis sowie die geplanten Schwerpunkte des Seniorenplans vorgestellt werden.
     
  • Rund sechs Sitzungen eines Begleitkreises (Steuerungsgruppe, Fachbeirat) unter Federführung des Sozialdezernates, in denen Ergebnisse zu den einzelnen Themen des Seniorenplans vorgestellt werden. Der Begleitkreis diskutiert die Ergebnisse der Fachgespräche – siehe unten – bringt eigene Fachexpertise ein, gibt dem KVJS Rückmeldung über die bereits erarbeiteten Teile des Plans und stimmt die Handlungsempfehlungen ab.
     
  • Themenbezogene Fachgespräche und Einrichtungsbesuche je nach Schwerpunktsetzung des Seniorenplans zum Beispiel zu den Themen Dauerpflege im Pflegeheim, Pflege durch ambulante Dienste, Pflege in Tagespflegeeinrichtungen, Gesundheitsversorgung, Wohnen, Beratung, Menschen mit Migrationshintergrund. Bei diesen Gesprächen werden Experten gebeten, zu den entsprechenden Themen Informationen über die Situation im Landkreis zu geben und ihre Einschätzung dazu. Diese Informationen werden im Begleitkreis diskutiert und können beim jeweiligen Kapitel als eigenen Abschnitt – Einschätzung lokaler Experten – in den Bericht einfließen.
     
  • Schriftliche Erhebungen:
     - bei den stationären Einrichtungen
     - bei den ambulanten Diensten
     - bei den Tagespflegen
     - bei den Gemeinden
    zum Themenbereich Wohnen, Mobilität und Infrastruktur über
    ihre Angebote und Infrastruktur
     
  • Vorstellung des Plans und Vorstellung der Ergebnisse der Befragung der Gemeinden in Bürgermeisterversammlungen.
     
  • Eine Abschlussveranstaltung am Ende des Planungsprozesses mit möglichst breiter Beteiligung, bei der die Ergebnisse des Seniorenplans vorgestellt werden.

  

Kreisseniorenpläne

  

 

    

    

Der Kreiskarte können Sie entnehmen, in welchen Kreisen mit Beteiligung des KVJS Kreisseniorenpläne abgeschlossen sind (dunkelblau) oder gerade erstellt werden (hellblau):

Stand 20. Juli 2018

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Ihr Kontakt zu uns:

Bettina Ghiorghita

Telefon: 0711 6375-328

Dr. Alexandra Klein

Telefon: 0711 6375-774

Benjamin Röben

Telefon: 0711 6375-262

Aktuelle Beispiele

Neckar-Odenwald-Kreis:
Seniorenbericht für den Neckar-Odenwald-Kreis, Fortschreibung Stand Juni 2018
Hrsg. Neckar-Odenwald-Kreis, Juni 2018

Landkreis Göppingen:
Seniorenplan für den Landkreis Göppingen, Neuauflage 2018,
Hrsg. Landkreis Göppingen, November 2017

Stadt Baden-Baden:
Stadtseniorenplan Baden-Baden,
Hrsg. Stadt Baden-Baden,  September 2017