Wohnungslosigkeit in Baden-Württemberg

Aktuelle Einblicke zum Tag der Wohnungslosen

Zum Tag der wohnungslosen Menschen möchten wir mit aktuellen Zahlen den Blick auf ein Thema richten, das viele Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg betrifft: 90.810 untergebrachte wohnungslose Menschen leben im Land. Damit liegt Baden-Württemberg bundesweit auf Platz 2.

Die Karte zeigt die Anzahl untergebrachter wohnungsloser Menschen je 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs und basiert auf der Wohnungslosenberichterstattung des Statistischen Bundesamts. Die Berechnungen des KVJS ermöglichen einen direkten regionalen Vergleich.

Die Auswertung macht deutlich: Wohnungslosigkeit ist längst kein reines Großstadtphänomen mehr. Zunehmend stehen auch kreisangehörige Städte mit mehr als 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und damit die Landkreise vor wachsenden Herausforderungen. Besonders hohe Quoten zeigen sich in städtischen Ballungsräumen, aber auch in der Bodenseeregion. Ursachen sind vor allem angespannte Wohnungsmärkte, ordnungsrechtliche Unterbringungen sowie Zuwanderung in wirtschaftsstarke Regionen mit guten Arbeitsmarktchancen.

Dabei bilden die Zahlen nur einen Teil der Realität ab. Viele von Wohnungslosigkeit betroffene Menschen, die bei Freunden oder Bekannten unterkommen oder andere prekäre Formen der Notversorgung in Anspruch nehmen, tauchen in der Statistik nicht auf.

Welche Ansatzpunkte ergeben sich daraus? Wohnungslosigkeit muss stärker als kommunale und regionale Herausforderung verstanden werden. Dafür braucht es verlässliche Datengrundlagen, gut ausgebaute Hilfestrukturen, eine integrierte Sozialplanung sowie die konsequente Stärkung von Prävention. Gleichzeitig bleiben mehr bezahlbarer Wohnraum und die Weiterentwicklung von Housing-First-Ansätzen zentrale Voraussetzungen, um Wohnungslosigkeit nachhaltig zu vermeiden und zu überwinden.

Der Tag der Wohnungslosen macht deutlich: Wirksame Lösungen erfordern das Zusammenspiel von Prävention, bedarfsgerechter Unterstützung und ausreichend verfügbarem Wohnraum. Die vorliegenden Daten können dabei helfen, regionale Bedarfe sichtbar zu machen und gezielte Maßnahmen zu entwickeln.

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