Jahrestagungen Schulsozialarbeit 2025 – ein Forum zum Fachaustausch und zur landesweiten Vernetzung

Vom 03. bis 04. November 2025 und vom 24. bis 25.November 2025 fanden die beiden Jahrestagungen Schulsozialarbeit 2025 in der Tagungsstätte der Evangelischen Akademie in Bad Boll statt. Dort trafen sich rund 280 Fachkräfte der Schulsozialarbeit aus Baden-Württemberg für aktuelle thematische Impulse, zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung.

Die Veranstaltungen werden vom KVJS-Landesjugendamt zusammen mit dem Netzwerk Schulsozialarbeit Baden-Württemberg e.V. schon viele Jahre in gemeinsamer Kooperation durchgeführt und erzeugten bei den Teilnehmenden insgesamt eine positive Resonanz.

„Die Organisation, Rahmenbedingungen und Verpflegung der Jahrestagung sind immer sehr hervorzuheben. Die Themen der verschiedenen Workshops sind sehr breit gefächert.“

„Beide Vorträge fand ich sehr gut, sowohl Thema als auch Umsetzung. Die Workshops fand ich auch sehr gut, gute ReferentInnen.“

"Alles! Die KVJS-Jahrestagung lebt vom Zusammenkommen, mit Zeit für Austausch und spannende, für die aktuelle Situation passende inhaltliche Inputs. Das wurde so in vollem Maße erfüllt! Ich komme wieder."

Beim Vortrag „Jungsein und Erwachsenwerden heute – Aktuelle Erkenntnisse aus der Jugendforschung für die Schulsozialarbeit“ beleuchteten die beiden Referentinnen Dr. Lisa Hasenbein und Dr. Anne Berngruber (Deutsches Jugendinstitut (DJI) e.V. / München) aus wissenschaftlicher Perspektive der Jugendforschung aktuelle Erkenntnisse und gaben einen Überblick sowie Impulse für die Schulsozialarbeit, was Jungsein und Erwachsenwerden heute bedeutet. Dabei ging hervor, dass das Thema „Einsamkeit“ mit seinen verschiedenen ursächlichen Facetten, bei den jungen Menschen zunimmt und somit auch Thema für die Begleitung und Unterstützung dieser ist. Durch den Vortrag sollte der Fokus auf die Hauptzielgruppe von Schulsozialarbeit, die jungen Menschen als Auftragsgebende, gerichtet werden.

Durch den Vortrag „Umgang mit menschenverachtenden, demokratiefeindlichen und rechtsextremen Phänomenen im Kontext Schule – Hinweise für die Handlungspraxis der Schulsozialarbeit“, wurde ein gesamtgesellschaftliches Thema aufgegriffen.

Im März 2026 finden in Baden-Württemberg Landtagswahlen statt. Populistische und antidemokratische Strömungen beeinträchtigen den demokratischen gesellschaftlichen sowie politischen Diskurs und berühren die Alltagswelten von jungen Menschen. Antidemokratische und menschenfeindliche Äußerungen zeigen sich auch in der Lebenswelt Schule und haben negative Auswirkungen auf das Schulleben. Laut einem Bericht von SWR-aktuell vom 02. November 2025 hat die Zahl von rechtsextremistischer Vorfälle an Schulen in Baden-Württemberg 2025 deutlich zugenommen[1]. Die Referentinnen Marie Jäger und Silke Baer (Verein zur interkulturellen Bildung und Gewaltprävention / cultures interactive e.V. / Berlin) vermittelten bei ihrem Vortrag praxisorientierte Anregungen für die Schulsozialarbeit, um mit dieser Herausforderung umzugehen und somit eine menschrechtsorientierte und diskriminierungskritische Haltung an Schulen einbringen zu können.

Im Rahmen von praxisorientierten Workshops wurden weitere Themen, wie: „Nutzung von KI in der Schulsozialarbeit“, „Was tun bei Mobbing? Erste Hilfe für Fachkräfte der Schulsozialarbeit“, „Queere Lebensweisen und Vielfalt“ angeboten.

An beiden Tagungen fand ein moderiertes Barcamp „Erfahrungs- Lern- und Ideenbooster“ statt. Insgesamt entstanden dabei 21 Themen-/Arbeitsgruppen zu spezifischen Fragestellungen aus der Praxis, die in kollegialen Arbeitsgruppen bearbeitet wurden. Beispielsweise zu Themen, wie: „Umgang der Schulsozialarbeit mit der „Haftbefehl-Dokumentation““, „Kinder in Sekten/Glaubens- Religionsgemeinschaften“, Alltaghilfen bei Neurodivergenz“, „Rechtsextremismus an Schulen“. Diese Themenvielfalt zeigt auf, wie komplex und herausfordernd und gleichzeitig wichtig das Arbeitsfeld für die jungen Menschen an den Schulen ist. Schulsozialarbeit als zentrales Leistungsangebot der Kinder- und Jugendhilfe ist nicht mehr wegzudenken.

Die Jahrestagungen Schulsozialarbeit 2026 finden vom 09. bis 10. November 2026 und vom 23. bis 24. November 2026 statt. Ein Klick auf die Termine führt direkt zur Anmeldungsmöglichkeit. Die bewahrte Programmstruktur, der Mix aus Vorträgen, Workshops und Barcamp wird beibehalten – als ein Forum zum Fachaustausch und zur landesweiten Vernetzung.        

 

[1] Vgl.: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/hakenkreuz-und-hitlergruss-vorfaelle-an-bw-schulen-nehmen-zu-rechtsextremismus-100.html [abgerufen am 12.01.2026]